Zeitung Heute : Traum vom vollen Fuchsbau

Hartmut Moheit

Manchmal hat Bob Hanning in der noch halbfertigen Arena gestanden und die Augen geschlossen. „Dann habe ich mir vorgestellt, dass die Halle proppenvoll ist und 15 000 Fans wegen meiner Mannschaft eine tolle Stimmung machen“, sagt der Geschäftsführer des Handball-Erstligisten Füchse Berlin. Deshalb war für ihn klar, dass er die erste sich bietende Möglichkeit auch nutzen würde. „Wir wollten schon am Anfang dabei sein“, sagt Hanning und nennt den Grund dafür, warum es die Premiere für die Füchse am 25. Oktober gegen den TBV Lemgo geben wird. „Für einen früheren Termin waren die Gegner nicht attraktiv genug“, erklärt er. Lieber wäre es ihm gewesen, zuerst gegen ein Top-Team anzutreten, „aber auf die treffen wir erst in der zweiten Saisonhälfte“.

Aber auch gegen Lemgo rechnet Hanning mit mehr als 10 000 Zuschauern, betrachtet das Spiel „als einen Test, wo wir in der Fan-Gunst und der Vermarktung stehen“. Ein ausverkauften Haus, da ist er sich ganz sicher, erwartet Hanning dann am 3. März gegen den SC Magdeburg und insbesondere dann am 10. April gegen den Serienmeister THW Kiel: „Keine Frage, da werden wir mit 15 000 Fans das bisherige Highlight in unserer noch jungen Historie erleben.“

Trotz aller Euphorie bei den Füchsen in Bezug auf die neuen Dimensionen, ist die Max- Schmeling-Halle als „Fuchsbau“ weiterhin die allererste Adresse. „Wir haben das Glück, in einer der schönsten Hallen, die es gibt, unseren Sport zu zeigen“, sagt Hanning. Die Zuschauer seien nah am Spielfeld dran, wodurch die Atmosphäre unglaublich gut sei. „Und wir haben eine Sporthalle, die ein Event zulässt.“ Die neue Arena sei eine Eventhalle, die Sport zulasse.

Bei aller Vorsicht geht der Füchse-Geschäftsführer aber davon aus, dass nach dem Ende der gerade begonnenen neuen Bundesligasaison das Hallenthema neu auf den Prüfstand gestellt wird. Sicherlich wird auch sehr viel vom Engagement des neuen FüchseVermarkters IMG abhängen. Mit dem amerikanischen Rechtevermarkter, der nach Aussage von Hanning die so genannten Business-Seats verkaufen wird, wurde ein langfristiger Vertrag über die exklusive Vermarktung der Bundesligamannschaft der Füchse abgeschlossen. Und da mit IMG der Weg des Teams recht schnell nach Europa in einen der Cup-Wettbewerbe führen soll, ist die moderne O2-World für die Zukunft eine wichtige Option. Letztlich wird der finanzielle Aspekt, das Thema Miete im Verhältnis zu den Einnahmemöglichkeiten, entscheidend sein. „Der Schritt will wohlüberlegt sein“, sagt Hanning. Zunächst einmal wollen sich die Füchse in kleinen Schritten an die neue Dimension am Ostbahnhof gewöhnen. Für Bob Hanning gehört nicht allein der Sport dazu. Karten für die Konzerte von Herbert Grönemeyer, Leonard Cohen und Tina Turner hat er bereits für sich geordert. Hartmut Moheit

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