Zeitung Heute : Traumstadt für Mieter von Büroflächen

In Berlin sind nach Angaben der Immobilien-Makler von DTZ derzeit Bürohäuser mit einer Gesamtfläche von 1,25 Millionen Quadratmeter ohne Mieter. Dies ist ein Anteil von 7,6 Prozent aller verfügbaren Flächen dieses Marktsegments. Im vergangenen Jahr hätten Nutzer Verträge für eine Bürofläche von 390 000 Quadratmeter unterschrieben.

Wer heute ein Büro in Berlin sucht, ist gut dran: In der Hauptstadt besteht "in nahezu allen Lagen und Qualitäten ein ausreichendes Flächenangebot", so die Makler-Studie. Kennzeichnend für den Berliner Immobilienmarkt außerdem: Rund die Hälfte aller angebotenen Büroflächen befinden sich in Neubauten. Zählt man die ab 1997 zur Vermietung stehenden Gebäude hinzu, machen Neubauten sogar 60 Prozent aller leer stehenden Bürohäuser der Stadt aus. Dennoch drehen sich die Krähne unverändert weiter.

Die Makler rechnen damit, dass bis Ende 2003 rund 720 000 Quadratmeter Bürofläche zusätzlich ins Angebot kommen. Da Immobilieneigentümer in den vergangenen Jahren jährlich rund 400 000 Quadratmeter vermieten konnten, liegt die Nachfrage bis 2003 statistisch betrachtet nur geringfügig über dem neu hinzukommenden Angebot. Anfang dieses Jahres befinden sich stadtweit fast 240 000 Quadratmeter Bürofläche in Bau. Für weitere 130 000 Quadratmeter stehe der erste Spatenstich kurz bevor, wobei mit einer Fertigstellung hier bis Ende 2003 zu rechnen sei. Der Schwerpunkt der Bautätigkeit liege unverändert in der City Ost.

Die Mieten für Büroflächen in erstklassigen innerstädtischen Lagen betragen nach den Erhebungen von DTZ zwischen 18,50 Euro und 30,70 Euro in Berlin. Der untere Rand der Spitzenmieten (18,50 Euro) liegt um die Hälfte unterhalb des Vergleichswertes aus Frankfurt (43,50 Euro). Am Main müssen die Unternehmen für ihre Büros auch die höchsten Spitzenmieten zahlen: 49,60 Euro je Quadratmeter und Monat. Das ist wesentlich mehr als der Spitzenwert in Berlin: 30,70 Euro. Solche Preise erzielen Bürohausvermieter allerdings nur in Ausnahmefällen. Im Durchschnitt erzielen sie geringere Mietpreise von 14,60 Euro je Quadratmeter und Monat.

Zu den Mietern zählen auf dem Berliner Immobilienmarkt nach Angaben der Makler im vergangenen Jahr "vor allem Medienunternehmen, Rechtsanwälte und Unternehmensberatungen sowie Biotechnologieunternehmen". Der Großteil dieser Firmen sei bereits in der Hauptstadt ansässig gewesen und hätten das große Angebot genutzt, um ihren Standort zu verbessern.

Interessant ist auch die Beobachtung der Makler, wonach ein überdurchschnittlicher Anteil der Vermietungen auf das Konto von Unternehmen mit vergleichsweise geringem Platzbedarf: weniger als 1000 Quadratmeter. Die besonders dynamischen Immobilienmärkte in Frankfurt und München dagegen zeichnen sich durch Großvermietungen aus: Fast die Hälfte aller Büroflächen am Main entfielen auf Mietverträge über jewweils 5000 Quadratmeter oder mehr, an der Isar waren es immerhin noch 40 Prozent. In Berlin waren es dagegen nur rund 30 Prozent.

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