Zeitung Heute : TU Berlin auf Wachstumskurs

Jörg Steinbach
Foto: TU Pressestelle/Ruta
Foto: TU Pressestelle/Ruta

Die TU Berlin hat seit April eine neue Universitätsleitung. Mein Team und ich treten unser Amt in einer Zeit an, in der sich die TU Berlin intensiv auf den Exzellenzwettbewerb vorbereitet und Berlin das Wissenschaftsjahr für die Öffentlichkeit begeht. Diese zwei Prozesse will die TU Berlin ganz bewusst nutzen, um unsere Forschungserfolge weiter auszubauen und den Berlinerinnen und Berlinern zu zeigen, dass die deutsche Hauptstadt eine starke Wissenschaftsstadt ist, auf die man berechtigt stolz sein kann.

Welche Kraft in einer Universität steckt, illustrieren nicht nur unsere mehr als 2200 Absolventinnen und Absolventen pro Jahr, sondern auch die finanziellen Mittel, die wir von Fördereinrichtungen für unsere Forschungsprojekte bekommen. So konnten unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 125 Millionen Euro einwerben. Das entspricht nicht nur einer Steigerung um 60 Prozent seit 2006, sondern umfasst die Hälfte unseres Zuschusses vom Land Berlin. Dieser betrug 251 Millionen Euro. Anders ausgedrückt: Berlin gibt uns einen Euro, und wir werben 50 Cent zusätzlich für den Standort ein. Damit konnten wir im vergangenen Jahr 2300 hochwertige Arbeitsplätze finanzieren.

All die Projekte, Mitarbeiter und Studierenden benötigen auf unserem Campus, der in einem urbanen Geflecht aus Wohnen, Wirtschaft und Wissenschaft rund um den Ernst-Reuter-Platz existiert, folgerichtig Platz. Platz für Labore und Platz für den Austausch untereinander. Die Konsequenz dieses Erfolges heißt für uns Wachstum. Die Technische Universität Berlin wird wieder größer werden – nach Jahren der Reduktion. Sie dehnt sich aber nicht nur im Forschungsbereich aus. Wir werden in den nächsten Jahren auch rund 4000 zusätzliche Studienanfänger aufnehmen und reagieren damit auf die doppelten Abiturjahrgänge in Deutschland.

Unser Ziel ist es, mit diesem Wachstumsprozess eine neue Qualität der Technischen Universität in der deutschen Hauptstadt, auf dem Campus Charlottenburg, zu erreichen. Diesen Prozess werden wir aber nur gestalten können, wenn wir bewusst und ehrlich unsere Mitarbeiter und Studierenden beteiligen, motivieren und sie in die Entwicklung aktiv einbinden. Dies gilt ebenso für die Berliner. Eine Universität ist nicht nur ein moderner Studien- und Forschungsort, sondern auch einen Ort des Austausches mit der Öffentlichkeit, des Diskurses und der neuen Entdeckungen. Dazu lade ich alle interessieren Bürgerinnen und Bürger ein: Besuchen Sie unsere 30 Wissenschaftshäuser, die wir am 5. Juni zur Langen Nacht der Wissenschaften erneut öffnen.

Der Autor ist Präsident der TU Berlin.

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