Zeitung Heute : Umstrittene "Cards"-CD beschäftigt die Gerichte

Neuer Termin im Mai anberaumtDer Streit um die mögliche Manipulation von Eurocard-Kreditkarten mit Hilfe der Software "Cards" wird die Justiz noch geraume Zeit beschäftigen.Das Landgericht Frankfurt setzte am Mittwoch die endgültige Entscheidung im "Euro-Card-Prozeß" zunächst aus.Die zwölfte Kammer für Handelssachen hatte vor zwei Monaten im Eilverfahren den Vertrieb von "Cards" einstweilen verboten.Im Hauptsacheverfahren vor der achten Kammer für Handelssachen ergaben sich am Mittwoch jedoch neue Aspekte, die mindestens einen weiteren Termin im Mai erforderlich machen.Da 7,9 Millionen Eurocard-Kreditkarten verbreitet sind, wird dem Verfahren von Experten erhebliche Bedeutung zugerechnet. Die Prozeßparteien behaupten inzwischen übereinstimmend, daß die tatsächlichen Manipulationsmöglichkeiten mit "Cards" viel bescheidener seien als in der Öffentlichkeit dargestellt.Mit dem Programm können also nicht Kreditlimits heraufgesetzt oder gar Geheimnummern geknackt werden.Die Ulmer S.A.D.Vertriebs- und Produktionsgesellschaft, Herstellerin von "Cards", behauptet nun, ihr Produkt leiste auch nicht mehr als etwa 70 andere Programme, die unangefochten auf dem Markt und von keiner Verbotsklage bedroht seien. Die Klägerin, das Frankfurter Unternehmen Euro Kartensysteme, wirft der S.A.D vor, "Cards" mit einer irreführenden Werbung in den Markt gedrückt zu haben, die gerade die Möglichkeiten illegaler Manipulationen herausgestellt habe.Nun soll geprüft werden, inwieweit die irreführende Werbung durch die Medienresonanz noch immer weiter wirkt und deshalb ein Vertriebsverbot gerechtfertigt ist.dpa

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