Zeitung Heute : …UND DAS OLIVENÖL DAZU

Bernd Matthies

Olivenöl - ein weites Feld. Die grünen, oft kräftig bitteren Öle vom westlichen Mittelmeer haben meist einen völlig anderen Charakter als die sanften, eher gelblich getönten, wie sie überwiegend aus dem mediterranen Osten kommen. Am besten ist es allemal, wenn man den Erzeuger kennt und ihm vertrauen kann. Nicole Rottwinkel-Tuncel kann es, denn sie verkauft in ihrem sehr empfehlenswerten griechischen Feinkostgeschäft „Kaliva“ in der Wielandstraße 37 in Charlottenburg nur Olivenöl, das ihr Vater, der Berliner Architekt Peter-Gregor-Rottwinkel, auf zwei Hektar Anbaufläche auf der Ägäis-Insel Thasos produziert. Es trägt das Bio-Siegel nach der EG-Öko-Verordnung, besticht durch schöne, charaktervolle Frucht, im Abgang wartet eine sanfte, durchaus angenehme Schärfe, grundiert von ebenso sanfter Bitterkeit. Es passt hervorragend zu Pasolinis Zwiebeln, weil es selbstbewusst auftritt, sich aber nicht vordrängt. Der halbe Liter kostet 13,90 Euro - für die Qualität schon ein sehr angemessener Preis.

Noch günstiger ist das Öl einer benachbarten Genossenschaft, das Rottwinkel ebenfalls vertreibt: Es ist nicht öko-klassifiziert, wird wohl mit etwas weniger Akkuratesse hergestellt, ist aber angesichts des Preises von 6,85 Euro unschlagbar. Wer es probiert, wird fortan die aus allen Ecken des Mittelmeers zusammengekippten Allerweltsöle aus dem Supermarkt komplett vergessen können.

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