Zeitung Heute : Unicef laufen Spender davon

Berlin - In der Vertrauenskrise um Unicef Deutschland pocht die Bundesregierung auf eine rasche Klärung der Vorwürfe. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte in Berlin, der besondere Ruf als Hilfsorganisation dürfe keinen Schaden nehmen: „Für all die Projekte, die Unicef leistet und wofür es viele Spenden gibt und nachhaltige Unterstützung, ist es wichtig, dass dieser Ruf untadelig und unbeschädigt ist.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Diskussion nach den Worten von Steg „sehr genau verfolgt“. Auch die Zentrale des Kinderhilfswerks in Genf verlangte schnellstmögliche Aufklärung. „Wir erlauben nicht das geringste Fehlverhalten, wir haben null Toleranz“, sagte Unicef-Sprecherin Veronique Taveau.

Ein Unicef-Sprecher bestätigte, dass sich wegen der Krise 5000 Dauerspender von der Organisation getrennt hätten. Im Dezember seien die Einnahmen um 3,5 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nach der Schwimmerin Sandra Völker, die ihr Engagement beendet hat, sieht auch Unicef-Botschafterin Sabine Christiansen Klärungsbedarf. Die TV-Journalistin traf sich am Dienstag mit Unicef-Vertretern; sie will sich heute äußern. Unwahrscheinlich scheint, dass Unicef sein Spendensiegel verliert. Burkhard Wilke, Geschäftsführer der vergebenden Organisation DZI, sagte: „Nach unserem derzeitigen Eindruck kann ich sagen, dass das Führungsproblem das dramatischste war, man muss Unicef vor Unicef schützen.“ dpa/wek/uls/jz

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