Zeitung Heute : Union und FDP wollen Truppen in Afghanistan kaum verstärken

Berlin - Eine deutliche Aufstockung des deutschen Bundeswehrkontingents in Afghanistan in der Größenordnung von 1000 Soldaten oder mehr wird immer unwahrscheinlicher. Das erfuhr der Tagesspiegel aus Koalitionskreisen. Damit würde Deutschland hinter Forderungen aus der Nato zurückblieben, deren Vertreter von Berlin öffentlich 2000 bis 2500 zusätzliche Soldaten verlangt hatten. US- Präsident Barack Obama hatte angekündigt, die US-Truppen um 30 000 Mann zu verstärken und 2011 mit dem Abzug zu beginnen. Konkrete Forderungen aus Washington liegen in Berlin noch nicht vor. Die Bundesregierung will erst nach der Londoner Afghanistankonferenz Ende Januar über eine mögliche Erhöhung des Kontingents von gegenwärtig maximal 4500 Soldaten entscheiden. Grund für die Zurückhaltung ist vor allem die wachsende Skepsis gegenüber einer Aufstockung auch in den Bundestagsfraktionen von Union und FDP.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die radikalislamischen Aufständischen erneut zu Friedensverhandlungen aufgefordert. „Wenn die Taliban unsere Aufrufe zum Frieden Millionen Mal ablehnen, werden wir sie Millionen Mal öfter wiederholen“, sagte er bei einem Besuch von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Kabul. „Wenn sie wollen, dass die ausländischen Truppen Afghanistan früher verlassen, dann sollten sie kommen, verhandeln und Frieden bringen.“ Rasmussen kündigte angesichts der geplanten massiven Truppenverstärkung im kommenden Jahr eine „neue Phase“ des Einsatzes an. hmt/dpa

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