Zeitung Heute : Unpoliertes Schmuckstück

Der Tagesspiegel

Friedrichsfelde. Frohe Kunde aus der Stiftung Stadtmuseum: Schloss Friedrichsfelde, das barocke Schmuckstück im gleichnamigen Tierpark, soll am 23. Juni anlässlich des Stiftungsfestes mit einer Ausstellung zur Berliner Kultur- und Kunstgeschichte des 18. Jahrhunderts wieder eröffnet werden. Stiftungschef Reiner Güntzer plant zudem, das Schloss in die „Lange Nacht der Museen“ im August einzubeziehen. Zweijähriger Leerstand sei mehr als genug, so Güntzer, man müsse etwas tun, um den Museumsstandort Friedrichsfelde wieder ins Bewusstsein zurückzuholen. Mit Kultursenator Thomas Flierl (PDS) sei er sich einig, das Haus weiter für museale Zwecke zu nutzen.

Mit dieser Ankündigung endet eine Zitterpartie, denn das Schicksal des Schlosses mit seinen kostbaren Innenräumen war seit dem Auszug des Stadtmuseums und der Einlagerung der Exponate ungewiss. Im Dezember 2000 hatte die Bauverwaltung die leer geräumte Immobilie übernommen, um die Infrastruktur zu modernisieren. Nachdem aber das Stadtmuseum den Auftrag erhalten hatte, die Effektivität seiner Standorte zu überprüfen und dabei auch die Aufgabe des Schlosses Friedrichsfelde erwogen wurde, zog sich die Bauverwaltung aus dem Projekt zurück und überließ das Haus seinem Schicksal. Die Preußische Schlösserstiftung ist an der Übernahme nicht interessiert, weil sie mit Schloss Niederschönhausen liebäugelt, bisher allerdings ohne Erfolg, weil nach wie vor unklar ist, wer die Renovierungskosten tragen soll.

Wie vom Stadtmuseum weiter zu erfahren ist, sei der bauliche Allgemeinzustand des in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch von der DDR-Denkmalpflege restaurierten Schlosses Friedrichsfelde zufriedenstellend. Dach und Gemäuer seien entgegen anderslautenden Meldungen nicht schadhaft. Die für Juni geplante Ausstellung mit Gemälden, Möbeln, Porzellanen und anderen Exponaten werde eher bescheiden ausfallen, da dem Stadtmuseum keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stehen. Aber zumindest sei die Wiedereröffnung ein Anfang. Helmut Caspar

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