Zeitung Heute : Unterstützung für Unterhaching

Der Tagesspiegel

Berlin. Wenn das Wetter schön ist, ist das Stadion an der Alten Försterei ein schöner Ort. Aber bei Regen? Am gestrigen Freitagabend war auf den matschigen Waldwegen rund ums Stadion nicht viel los. Der Zweitligist 1. FC Union spielte dort im Regen gegen Unterhaching, einen Erstligaabsteiger, der vor dem erneuten Abstieg in die Dritte Liga steht. Sehen wollten das lediglich 5886 Zuschauer. Alle Daheimgebliebenen trafen die richtige Entscheidung. Sieht man von Unterhaching-Fans ab, hätten sie sich gestern im Stadion nur geärgert: Union verlor 0:2 (0:0). „Favoriten kämpfen, wir nicht“, klagte Trainer Georgi Wassilew.

Die Saison ist endgültig gelaufen für Union. Die Mannschaft liegt auf einem Mittelfeldplatz und wird auch in der kommenden Saison in der Zweiten Liga spielen. Einen solchen Erfolg würden sie in Unterhaching auch gerne feiern.

Doch der Klub aus dem Landkreis München steckt tief im Abstiegskampf. Bei einer Niederlage in Köpenick hätte Hachings neuer Trainer Anton Schrobenhauser seine Spieler mental auf Spiele gegen Elversberg und Darmstadt einstellen können. Der Abstieg in die Regionalliga droht. Doch Unterhaching kämpfte gestern Abend, und wenn es der nasse Rasen zuließ, spielte die Mannschaft ordentlichen Fußball. Cizek und Rraklli hätten Haching schon vor der Pause in Führung schießen können. Die beste Chance für Union hatte Spielmacher Kostadin Widolow: Der Bulgare umkurvte die Hachinger Abwehr, seinen Schuss aber konnte Hachings Torhüter Gerhard Tremmel halten. Schönen Fußball ließ der Boden selten zu. Weite Bälle rutschten über die Seitenlinie, Kurzpässe blieben in Pfützen liegen. Wasserball in Köpenick.

Als der Rasen nach einer Stunde in etwa so aussah wie die Waldwege in der Wuhlheide, fiel die Entscheidung. Erst traf Unterhachings Mittelfeldspieler Danny Schwarz zum 1:0 in der 56. Minute, 60 Sekunden später erhöhte Martin Cizek auf 2:0. Das Spiel war gelaufen.

Trainer Georgi Wassilew war jedenfalls restlos bedient. „Gut, dass die Saison in zwei Wochen vorbei ist.Wir haben schon viele gute Spiele gemacht, aber das war das andere Gesicht von Union. Die Spieler haben keinen Willen und keinen Charakter gezeigt“, schimpfte der Bulgare. Die Chancen, dass sich seine Mannschaft in den beiden ausstehenden Partien beim VfL Bochum und zum Abschluss daheim gegen Mainz 05 noch einmal zusammenreißt, stuft der Coach als gering ein. „Wir haben kein Ziel mehr, deshalb fehlt es einigen offenbar an der Motivation. Daher ist es das Beste, dass wir nur noch zwei Spiele haben und die Saison danach zu Ende ist.“André Görke

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