Zeitung Heute : Urlauber-Studie: Zug in Entwicklungsländer

In den kommenden Jahren werden zunehmend mehr Deutsche ihren Urlaub in einem Entwicklungsland verbringen. Davon geht der Studienkreis für Tourismus in Ammerland am Starnberger See aus, der jetzt eine neue Untersuchung zum Thema "Tourismus in Entwicklungsländern" vorgelegt hat.

Demnach hat gut jeder vierte Deutsche im Alter ab 14 Jahren (27 Prozent) schon einmal seine Ferien in einem Entwicklungsland verbracht. Allein im vergangenen Jahr seien 5,5 Millionen Deutsche in einem solchen Land unterwegs gewesen, wobei der Studienkreis in dieser Zahl auch die Türkei-Touristen berücksichtigt. Anfang der achtziger Jahre habe es lediglich 800 000 solcher Urlauber gegeben.

Der Studie zufolge gibt es vier verschiedene Gruppen von Touristen in Entwicklungsländern, die alle etwa gleich groß sind. Demnach sind 29 Prozent daran interessiert, in Begleitung eines Reiseleiters nicht nur das Land kennen zu lernen, sondern auch Einheimische zu treffen. 21 Prozent der Urlauber unternehmen dies lieber auf eigene Faust. Weitere 25 Prozent zeigen dem Studienkreis zufolge zwar ein starkes Interesse am Land, sind aber weniger an Begegnungen mit dort lebenden Menschen interessiert. Das letzte Viertel der Reisenden habe weder am Land noch an seinen Bewohnern großes Interesse, sondern stelle die eigene Erholung in den Mittelpunkt.

Nach Einschätzung der Tourismusforscher ist das Problembewusstsein der Reiseveranstalter für die negativen Seiten des Tourismus in den Entwicklungsländern in den neunziger Jahren deutlich gestiegen. So wünschten sich die Anbieter von ihren Gästen unter anderem ein respektvolles Verhalten im Urlaubsland.

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