Zeitung Heute : „Vasa“-Wrack vom Verfall bedroht

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Das Wrack des schwedischen Kriegsschiffs „Vasa“ wird von zerstörerischer Schwefelsäure bedroht, die sich in dem fast 400 Jahre alten Holz bildet. Das berichten Magnus Sandström von der Universität Stockholm und Kollegen im britischen Fachjournal „Nature“ (Bd. 415, Seite 893). Das vom schwedischen König Gustav II. Adolf in Auftrag gegebene 62 Meter lange Flaggschiff war am 10. August 1628 während der Jungfernfahrt im Hafen von Stockholm gesunken. Im Jahre 1961 geborgen, liegt es seit 1990 in einem eigenen Museum in der schwedischen Hauptstadt.

Die Säure bildet sich aus dem vielen Schwefel, der sich aus bakteriellen Abbauprozessen im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hat. Dies wurde durch die ruhige Lage und Einleitungen der Stadt in das alte Hafenbecken begünstigt. Durch Reaktion mit Sauerstoff entstehen Schwefeloxide. Zusammen mit Wasser entsteht daraus Schwefelsäure. Als Katalysator wirken Eisenatome, die aus den etwa 9000 verrostenden Bolzen des Schiffes stammen. Ein weiteres Problem sind Sulfate, Salze der Schwefelsäure, die sich in kleinen Hohlräumen bilden und diese aufsprengen. Um die „Vasa “ zu sanieren, müssten Tonnen von Säure neutralisiert werden, sagt Sandström. Dies sei aber nur schwer machbar. Stattdessen sollten chemische Mittel gesucht werden, die die Katalysatorwirkung des Eisens unterbinden. pja

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