Zeitung Heute : Verdi ist zum Streik bereit

Berlin - Verdi zeigt sich streikbereit für die anstehende Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst. Die Dienstleistungsgewerkschaft habe die Möglichkeit, „mit den Arbeitgebern bundesweit heftig zu streiten. Und zwar in Stadtverwaltungen, Entsorgungs- und Nahverkehrsbetrieben und zwar sowohl in West- als auch in Ostdeutschland“, sagte Achim Meerkamp, im Verdi-Vorstand zuständig für den öffentlichen Dienst, dem Tagesspiegel. Die Forderung nach acht Prozent höheren Einkommen oder mindestens 200 Euro im Monat begründete er mit den Preissteigerungen und den Einkommenszuwächsen in der privaten Wirtschaft. „Daher leitet sich unsere Position ab, wir haben einen Nachholbedarf.“ Mit der Forderung nach mindestens 200 Euro im Monat „erreichen wir die breite Masse unserer Mitgliedschaft“, sagte Meerkamp. Die Erhöhung sei finanzierbar, weil sich „die Steuereinnahmen deutlich besser als erwartet entwickeln“.

Die Wirtschaft fürchtet hingegen, dass die Tarifkonflikte des Jahres 2008 die Konjunktur gefährden könnten. Ludwig- Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, warnte, ein Ende der Bescheidenheit könne „allzu leicht ein Ende des Aufschwungs bedeuten“. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet verwies auf negative Folgen hoher Lohnabschlüsse für die Inflation. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich zurückhaltend. „Jeder wünscht natürlich, dass der Aufschwung möglichst vielen Bürgern mehr Netto bringt“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. „Aber Löhne müssen erarbeitet werden und können nicht politisch festgesetzt werden.“ Merkel verwies zugleich auf die Tarifautonomie. alf/HB

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