Zeitung Heute : Verlängerung für die Ferien

Der Urlaub ist für die meisten Berliner nun zwar vorbei, die Stimmung kann man sich aber noch ein bisschen bewahren – der Bezirk hat einiges auf dem Programm

Günter Bartsch,Werner Kurzlechner

Von Günter Bartsch

und Werner Kurzlechner

„Meine Feriengefühle waren schon im Frankreich-Urlaub dahin“, erinnert sich Sabine Weißler. Denn da erfuhr die Leiterin des Kultur- und Bibliotheksamtes, dass der Etat ihrer Abteilung um 60 000 Euro schrumpft. Wenn schon nicht für sich selbst, hat Weißler zumindest für andere einige Tipps, um das Urlaubsgefühl in den Alltag zu retten: Etwa mit einem Besuch der großen Dachterrassen der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, wo man sich jenseits des Straßenlärms „wie in einer Oase“ entspannen könne.

Und es gebe noch einen anderen Lichtblick, sagt Weißler: Die „Zeit der Neueröffnungen“. Beim Aufbau der Großen Steglitzer Kunstausstellung auf dem Campus Benjamin Franklin fühle sie sich wieder bei sich. „Das ist einer der wirklich guten Tage.“ Es sei spannend, die „Vielfalt an Stilen, Auffassungen und Interpretationen“ in ein Konzept zu bringen. Besucher können die 129 von einer Jury ausgewählten Arbeiten, die größtenteils von professionellen Künstler stammen, ab dem 7. September sehen (bis 21. Oktober, täglich 8-20 Uhr, Eröffnung am 6. September um 18.30 Uhr).

In der Schwartzschen Villa beginnt am 28. August um 18 Uhr die Ausstellung „Zeitspuren – Konstruktionszeit“: Das polnische Künstlerpaar Barbara Ur und Andrzej Jan Piwarski zeigt Bilder und Plastiken (bis 7. Oktober, Di. bis Fr. und So. 10-18 Uhr, Sa. 14-18 Uhr). Auch Musik in der Schwartzschen Villa kann Sabine Weißler empfehlen: Die „Grüße aus dem Süden“ des Duos Klaster Royall, das bei seinem Chansonabend am 31. August um 20 Uhr mit den Zuhörern eine musikalische Reise von Berlin über Bayern und Italien nach Griechenland unternimmt. Im Gepäck haben Franziska Weiss und Ishlar Smolny, beide Absolventinnen der Hochschule für Musik Hanns Eisler, ausgefallene Schlager-Interpretationen und viele Instrumente wie etwa Klavier, Bratsche, Chinesische Geige, Balaleika und Trillerpfeife.

Ganz andere Klänge gibt es bei „Kramer Zunft und Kurtzweyl auf der Domäne Dahlem“, dem jährlichen Mittelaltermarkt und Spektakulum mit Ritterturnier (1. September, 11-21 Uhr; 2. September, 11-20 Uhr). Am Sonnabend spielt die Mittelalterband „Saltatio Mortis“. Am Markttreiben beteiligen sich Handwerksmeister, Händler, Quacksalber, Gaukler, Narren, Spielleute, Ablassprediger, Herold, Marktvogt und Bettler. Am 22. und 23. September (10-19 Uhr) folgt ein Kartoffelfest mit Korbmarkt.

Auf den Spuren des Flugpioniers Otto Lilienthal können Besucher des Fliegefestes wandeln: Am 8. September von 14 bis 19 Uhr laden der Heimatverein Steglitz und die Kinder- und Jugendhäuser des Nachbarschaftsheims Mittelhof zum zweiten Mal in den Lilienthal-Park am Fliegeberg in Lichterfelde ein. Es gibt ein Geländespiel, Führungen und Go-Cart-Fahrten. Drachen und andere Flugobjekte werden gebaut und getestet. Außerdem stellen Kinder und Jugendliche ihr Projekt „Der Traum vom Fliegen“ vor.

Auch im Botanischen Garten ist der Sommer nicht vorbei: Bis Ende September findet jeden Freitag um 18 Uhr ein Sommerkonzert statt. Swing und Jazz, Latin und Soul, Rock, Funk, Blues und zum Abschluss das „Duo Four Eyes“ mit seinem Barockkonzert „Ruhepunkte des Geistes“ laden ins Grüne ein.

Der Künstler und ehemalige Lehrer Jürgen Rißmann öffnet derweil sein Atelier – wie auch elf weitere Maler aus dem Bezirk. Seine Bilder zeigen Motive aus Italien, Frankreich und anderen Ländern. Seit fünf Jahren veranstaltet der Künstlerkreis den „Tag der offenen Ateliers“ – diesmal am 16. September von 12 bis 18 Uhr.

— Infos im Internet: www.

kultur-steglitz-zehlendorf.de

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