VIDEOKUNSTMaria Vedder + Alumnis : Kinder, wie die Zeit vergeht

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1991 wurde die Videopionierin Maria Vedder Professorin für Medienkunst an der Universität der Künste. Die Mauer war gefallen, das Internet kam gerade in die Gänge, in mehrerlei Hinsicht also eine Zeit der Zäsur. Obwohl Warhol und Co seit den Sechzigern mit Video experimentierten, galt es Anfang der Neunziger in Berlin noch als „Neues Medium“ in der malereidominierten bildenden Kunst. Video wirkte sogartig in der vom Do-it- yourself-Gedanken inspirierten Berliner Szene. Die Ausstellungen der Klasse Medienkunst, die auf den Brachen Berlins stattfanden, an temporär genutzten Orten, oft rund um die Auguststraße, waren ebenso cool wie diejenigen, die sich daranmachten, die Genregrenzen der Kunst endgültig über Bord zu werfen.

Allen voran hat Maria Vedder das große Crossover unterstützt, indem sie mit anderen Hochschulsparten kooperierte, mit Tänzern, Schauspielern, Musikern. Vedder, eine studierte Fotografin, startete in den Siebziger Jahren in Köln. Begeistert von der Möglichkeit, bewegte Bilder „malen“ zu können, untersuchte sie den Bezug zum Fernsehen, Schnitttechniken, Rhythmus, Zeitlichkeit – ihre Studenten, „Kinder der Postmoderne“, eigneten sich diese Themen an, remixten, kopierten, interpretierten. Für die Ausstellung, mit der sich Maria Vedder nach 22 Jahren von der UdK verabschiedet, steuern die Professorin und ihre ehemalige Studenten jeweils eine ältere Arbeit sowie eine aktuelle künstlerische Produktion bei (unsere Abbildung zeigt eine Arbeit von Simone Häckel). Die Schau ist gleichzeitig Rückblick auf 22 Jahre Videokunst – und Ausblick auf das, was kommt. Birgit Rieger

Zentrum für Kunst und Urbanistik, Eröffnung:

Do 10.1., 19 Uhr, bis So 2.2., Di-Fr 16-20 Uhr, Sa/So 12-20 Uhr, Eintritt frei

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