Zeitung Heute : Vier gewinnt

Rund um den Steglitzer Kreisel gibt es vier Interessengemeinschaften von Geschäftsleuten

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Gleich vier Interessengemeinschaften von Geschäftsleuten kümmern sich in Steglitz um die Belange der Händler im Bezirk. Das steht für großes Engagement, ist aber auch ein deutliches Zeichen der Uneinigkeit.

Trotz ihres umfassenden Namens vertritt die AG Steglitzer Kaufleute die Vertreter aller Geschäftsleute des Bezirks. Die meisten der 30 bis 40 Mitglieder haben ihre Geschäfte in der Schloßstraße. „Die Straße hat ein RiesenPotenzial im Süden Berlins und in Potsdam“, meint Vorstand Ingo Herpolsheimer. Deshalb seien der Bau der Schlossgalerie und der eines weiteren Kaufhauses anstelle der Hertie-Filiale am Walther-Schreiber-Platz der richtige Weg. Um die Straße darüber hinaus attraktiver zu machen, fehle es allerdings an Entschlossenheit der Kaufleute. Es sei schwierig, Aktionen auf die Beine zu stellen, da die Mitglieder der AG vor allem damit beschäftigt seien, in schwierigen Zeiten zu überleben, sagt der Inhaber des Spielzeugladens „werken, spielen, schenken“ am U-Bahnhof Schloßstraße. Gemeinsame Stärken würden zu wenig genutzt.

Ein Stück weiter sind da schon die Geschäftsleute der Interessengemeinschaft Seitenstraßen . „In den Seitenstraßen darf man nicht aufhören, sich zu bewegen“, sagt die Initiatorin der IG, Kathrin Eick. Bislang ist sie noch im Weinladen Machmer tätig und ab Juli Inhaberin der neu eröffneten Divinelounge in der Kieler Straße. „Wir haben einen Schilderstreit mit dem Bezirksamt geführt, weil die Geschäfte in den Seitenstraßen auf der Schloßstraße nicht für sich werben durften.“ Mit Erfolg – bald wird es dort einheitliche Werbeschilder geben. Während an der Schloßstraße vorwiegend Filialen größerer Handelsunternehmen zu finden sind, gibt es in den Seitenstraßen fast ausschließlich inhabergeführte Läden, die stark daran interessiert sind, zusammenzuarbeiten. Kathrin Eick möchte die Seitenstraßen zu einem Kiez machen und auch das Nachtleben des Bezirks beleben. „Steglitz war früher ein Bezirk der Alten“, sagt die umtriebige Geschäftsfrau. „Aber jetzt sind viele 35 bis 45-Jährige nach Steglitz gezogen. Für sie wollen wir abends in den Seitenstraßen etwas bieten.“

Andere Problemlagen sind in der Albrechtstraße vorzufinden. Hier ist die Inhaberin von Möbel-Thieme, Carola Thieme-Fittkau, Vorsitzende der Interessengemeinschaft IG-Albrechtstraße & Umgebung . Die IG führt alljährlich eine Straßenaktion durch, um die Steglitzer auf die Vielfalt der Albrechtstraße aufmerksam zu machen.

Eher locker zusammengeschlossen sind die Geschäftsleute der Interessengemeinschaft S-Bahnhof Botanischer Garten . Wir wollten keinen Verein gründen“, sagt Grafikerin Gerdi Steiner. „Dann müssten wir einen Schriftführer haben, einen Kassenwart und einen Vorstand. Die Energie nutzen wir lieber für anderes.“ Die Interessengemeinschaft trifft sich regelmäßig im Kiez und berät neue Vorhaben – Kiezfeste zählten zuletzt ebenso dazu wie Laubsammelaktionen gegen die Miniermotte. olk

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