Zeitung Heute : Visitenkartenparty für´ s Networking Nach Hamburg bald auch in Berlin

Lars-Peter Linke

„Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat“ – diese Business-Binsenweisheit nahmen sich rund 200 junge „Netzwerker“ zu Herzen und trafen sich zur „zweiten Hamburger Vistenkartenparty“ im Crowne Plaza Hotel an der Alster: ‚High Potentials’ mit ganz verschiedenen Zielen, Träumen und Visionen. An diesem Abend verband sie ein gemeinsames Ziel: Menschen kennen lernen, Kontakte knüpfen, ins Gespräch kommen und vor allem: Karten tauschen.

„Wenn ich ehrlich bin, hatte ich die Befürchtung, es könnte in eine Visitenkarten-Schlacht ausarten – nach dem Motto: wer hat die meisten“, schildert die Texterin Karen Hüning ihre Vorbehalte. Die haben sich aber nicht erfüllt: „Ich habe viele interessante Gespräche geführt – mit möglichen Kunden ebenso wie mit Kooperationspartnern.“ Dafür nicht zuletzt die perfekte Organisation: Pinnwände mit Kurzprofilen und Visitenkartentaschen erleichterten die Orientierung und erzeugten Markplatzatmosphäre: „Ich konnte mich ganz einfach zu einer Gruppe dazustellen und wurde nach kurzer Zeit mit einem ‚Und was machen Sie?’ angesprochen“, ist das Resümee von Nina Deissler, Chefin der Singleberaterin „Kontaktvoll“. Als „Singletrainerin“ wusste sie allerdings schon vorher, wie man die Scheu verliert: „Alle sind gekommen, weil sie Andere kennen lernen möchten – also auch mich!“

Treffen konnte man vor allem Selbstständige, die sich von Haus aus auf „Selbst-PR“ verstehen sollten: Kommunikationsberater, Trainer, Werber, Journalisten. Aber auch eine Stadtführerin, einen Sänger, einen Humorcoach, einen Wohnberater für Paare.

„Anscheinend sind wir nicht die einzigen, die das Bedürfnis haben, eine unabhängige, Branchen übergreifende Veranstaltung zu besuchen“, freuen sich die Veranstalter: Yvonne Lage (26) und Arndt Aschenbeck (31), beide mit einer Textervermittlung beziehungsweise PR-Agentur selbstständig. Die Idee für die Visitenkartenparty (www,visitenkartenparty.biz) entstand beim geselligen Mittagessen: „Wir wollten beide nicht in Verbände eintreten, um interessante Geschäftskontakte zu knüpfen“. Zwei Monate später fand die erste Party statt, inzwischen ist eine GbR angemeldet und die Visitenkartenparty auf geht auf Tournee: Nächstes Ziel ist die Hauptstadt – im Juni im Interconti.

Die Parties sind drauf und dran, sich als Mikrokosmos der jungen Dienstleistungsszene zu etablieren. Dass man „Kundenschau“ ist, ist alles andere als verpönt, schließlich ist jeder gleichzeitig Jäger wie Gejagter: „Ich konnte gezielt auf Menschen zugehen und meine Dienstleistung anbieten“, zieht Image-Consultant Theresia Philipp Bilanz. „Im Gespräch erfuhr ich etwas über die Bedürfnisse der potenziellen Kunden und konnte entsprechend mit meinem Angebot reagieren. Das kann ich nicht, wenn ich einen Infobrief verschicke.“ Für Texterin Karen Hüning hat noch mehr verändert: „Akquise ist sonst für mich ein absolutes Unwort. hier nicht.“ Die meisten Karten verteilte übrigens der nette Mann an der Garderobe – allerdings bekam er sie bis zum Ende des Abends alle wieder zurück . . .

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