Zeitung Heute : Volvo: Mit durchsichtiger A-Säule

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Zu den Automarken, die immer wieder mit fortschrittlichen Sicherheitslösungen überraschen, gehört seit vielen Jahren die inzwischen zur Ford Motor Company gehörende schwedische Marke Volvo. Und in enger Zusammenarbeit mit ihrem Mutterkonzern haben die Schweden jetzt einige neue Sicherheitselemente entwickelt, die erstmals Anfang Januar auf der Detroit Motor Show präsentiert werden. Volvo tut das mit einer Volvo Safety Concept Car (SCC) genannten Studie, die den Insassen sowohl besseren Schutz als auch höheren Komfort bietet.

Hauptziel bei der Entwicklung des Volvo Safety Concept Cars war es, eine ideale Fahrposition für den Fahrzeuglenker zu finden. Das geschieht beim SCC automatisch. Dafür erfasst ein Sensor die Position der Augen des Fahrers. Mit Hilfe dieser Daten wird der Fahrersitz mit einer elektrischen Sitzverstellung so eingestellt, dass der Fahrer optimal auf die Straße und auf die Instrumente blicken kann.

Besonders störend bei vielen Fahrzeugen ist während der Fahrt die A-Säule. Vor allem dann, wenn man sich auf kurvigen Straßen bewegt, wird der Blick auf die Fahrbahn durch dieses Säule immer wieder stark behindert. Die beim SCC gefundene völlig neue Lösung für dieses Problem setzt auf eine durchsichtige A-Säule. Denn eine Rahmenstruktur mit einer Metall-Plexiglas-Kombination öffnet für den Fahrzeuglenker mehrere Sichtfenster, durch die man durch die A-Säule hindurchsehen und damit die normalerweise von dieser Säule verdeckten Bereiche der Fahrbahn vor sich tatsächlich einsehen kann.

Um eine bessere Sicht nach hinten zu ermöglichen, hat Volvo beim SCC auch noch die B-Säulen verändert. Denn die sind nach innen gebogen und folgen der Form des Sitzes. Damit hat man einen unbehinderten Blick nach hinten. Die Verbesserungen der Sicht sowohl nach vorne auch als nach hinten sind ein wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit. Denn immerhin erhält der Fahrer mehr als 90 Prozent der für seine Fahraufgabe wichtigsten visuellen Informationen aus dem Bereich außerhalb des Fahrzeugs. Und je ungehinderter er diesen Bereich erfassen kann, desto sicherer bewegt er sich.

Ebenfalls im SCC erstmals eingesetzt werden zwei neue Lösungen für die Sicherheitsgurte. In beiden Fällen handelt es sich im Unterschied zu den heute üblichen Dreipunkt-Gurten um Vierpunkt-Gurte, die in zwei verschiedenen Versionen ausgeführt sind. Beide sind in die Sitze integriert. Der eine dieser Gurte, Criss-Cross-Gurt genannt, gleicht einem herkömmlichen Dreipunktgurt, verfügt allerdings über einen zusätzlichen Brustgurt von der Schulter bis zur Hüfte. Der zweite neue Gurt, Centre-Buckle-Gurt genannt, ähnelt dem Gurt, wie er bereits in Rallye- und Rennwagen benutzt wird. Mit einem speziellen Test wird Volvo im Rahmen der Detroit Motor Show ermitteln, welche dieser beiden Gurtvarianten die komfortabelste und benutzerfreundlichste ist.

Und noch ein ganz spezielles System wird im SCC erprobt. Das ist eine neuartige Fernbedienung, der Volvo Personal Communicator (VPC). Er kommuniziert ganz nach Wunsch mit oder auch ohne Beteiligung des Fahrers mit dem Fahrzeug. Zu seinen Sensoren gehört unter anderem ein Herzfrequenzmesser. Damit ist es möglich, im geparkten Fahrzeug Herzschläge zu erkennen und den Fahrer darüber zu informieren - etwa bei einem Einbruch ins Auto oder dann, wenn man in großer Eile nicht daran gedacht hat, zum Beispiel ein Haustier aus dem Auto zu nehmen, ehe man es abgeschlossen hat.

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