Zeitung Heute : Von der Politik zur Zahnmedizin

KATHARINA LECH[KL.9C<p>GEORG-BÜCHNER-GYMNA]

In fast allen Berliner Schulen sind Pflichtfächer vorgegeben.Egal, ob man in Sprachen, Kunst oder Naturwissenschaften begabt ist, muß man auch in allen anderen Fächern gute Leistungen zeigen, wenn man auf das Abitur Wert legt.Man soll heutzutage einer Norm entsprechen, die die Gesellschaft festlegt: Wer keine Fremdsprachen kann, ist nicht gut genug für das Abi.Nur, ohne Abitur ist es schwieriger, einen Job zu finden, auch wenn man zum Beispiel eine Arbeit sucht, in der Sprachen überhaupt nicht wichtig sind.

Berufe kann man sich nicht mehr nach dem Talent aussuchen, sondern man muß das nehmen was man gerade bekommen kann.Es passiert nicht selten, daß man einen Job findet, der gar nicht mit seinen Begabungen oder Talenten übereinstimmt.

Man kann das ganze aber auch aus einer anderen Perspektive sehen: Durch die Ausübung eines Berufes werden vielleicht neue Talente und Vorlieben entdeckt, die man vorher noch gar nicht kannte.So kenne ich zum Beispiel jemanden, der von Politik zur Zahnmedizin kam und damit nicht unglücklich war.

Nun stellt sich die Frage, was man bevorzugt? Den vielleicht komplizierteren Weg - indem man auf einen Job wartet, der den schon gefundenen Talenten entspricht? Oder nimmt man das, was einem als erstes angeboten wird und das vielleicht gar nicht zu einem paßt? Man ist später auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher.

Viele haben schon sehr früh konkrete Vorstellungen, was sie später einmal machen möchten.Leider haben die Wenigsten auch Chancen, ihren Traumjob einmal ausführen zu können.Man sollte auf keinen Fall aufgeben, auch wenn nicht gerade der Berufswunsch in Erfüllung geht, irgendwie schafft man es schon, sich in seinem erworbenen Beruf zurechtzufinden.

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