Zeitung Heute : Von Network-PCs und Astra-Satelliten

Vielversprechende Neuheiten werden auf der CeBIT vorgestellt / 600 000 Besucher erwartet AP/dpa-Zwei Leckerbissen für PC-Anwender kündigten Computerhersteller auf der CeBIT an: Auf der am Donnerstag eröffneten Messe in Hannover stellten Intel und Microsoft ihren Network Computer vor, während die Luxemburger Societé Européenne des Satellites und der amerikanische Chip-Hersteller Intel Corporation erklärten, das Astra-Satellitensystem solle künftig auch zur Hochgeschwindigkeitsübertragung von Daten auf Personal Computer genutzt werden.Gestern hat die weltgrößte Computermesse zum zwölften Mal für Besucher ihre Tore geöffnet.Bis zum letzten Tag der CeBIT, dem 19.März, werden 600 000 Besucher erwartet. Jetzt solle der Netz-PC, die umstrittene Alternative zum Personalcomputer, das Beste von beiden Gerätetypen vereinen und zum Firmenrechner der Zukunft werden, priesen Intel und Microsoft ihren neuen Rechner, der die Kosten entscheidend verringern soll und nach Auskunft der Hersteller alles andere als ein "dummes Terminal" mit "abgespeckter Leistung" sei.Bis Ende Juni soll ein Netz-PC mit dem neuen Intel-Chip Pentium II auf den Markt kommen. Kaum hat der Marktführer für die Produktion der Rechnerhirne seinen Pentium MMX für schnelle Multimediadarstellung vorgestellt, dreht der Pentium II die Spirale weiter.Der bisher unter dem Codenmane "Klamath" geführte Chip ist eine Variante des Pentium Pro (nach der alten Zählung wäre das ein 686er).Preis und Leistung sind zwar noch nicht bekannt.Fest steht aber: Der Pentium II wird mit ein paar Millionen Transistoren zusätzlich die Regel bestätigen, daß sich die Kapazitäten der Chips alle 18 bis 24 Monate verdoppeln. Wird es je ein Ende dieser Entwicklung geben? Intels Vizepräsident Pat Gelsinger glaubt nicht daran."Als wir den 486er entwickelt haben, wurde gefragt, ob wir jemals genügend Anwendungen dafür haben werden", sagt er.Inzwischen müßten die Computer dreidimensionale Bilder, virtuelle Welten, Spracherkennung und Videokonferenzen bewältigen - Anforderungen, die jede Menge Rechenpower benötigten."Da kann ich jedes Bit Leistung des Pentium II gut gebrauchen." Für Privatanwender komme der Pentium II zunächst noch nicht in Betracht, erklärt Gelsinger.Erst ab 1998 sei damit zu rechnen, daß der neue Chip den Pentium auch im Home-PC allmählich als Standard ablösen werde.Mit Microsoft Outlook, Powerpoint und Adobe Photoshop demonstriert der Intel-Manager, wie flott der Pentium II komprimierte Dateien auspackt oder große Bilder mit hoher Farbtiefe bearbeitet.Auf der CeBIT zeigen 14 PC-Hersteller wie IBM, Siemens-Nixdorf und Hewlett-Packard Prototypen von Pentium-II-Rechnern. Im Unterschied zum NC, der im vergangenen Jahr von Oracle, Sun, Apple und anderen Firmen vorgestellt wurde, wollen Microsoft und Intel die Leistungsstärke des Personalcomputers erhalten.Mit einer Art Versiegelung des Rechnergehäuses soll aber garantiert werden, daß der Zentralrechner des Firmennetzes den Netz-PC am Arbeitsplatz verwaltet und wartet.Der Betrieb wird ständig überwacht, Software kann über Nacht zentral installiert werden.Bisher fallen nach Angaben Gelsingers beim Betrieb eines Firmenrechners über längere Zeit sogenannte "total costs of operation" (TCO) von mindestens 5 000 Dollar im Jahr an.Diese Kosten sollen mit dem Netz-PC um mindestens 20 Prozent gesenkt werden. Und mit Hilfe des Astra-Satellitensystems soll die Datenübertragung auf PCs Geschwindigkeitsrekorde brechen.Zu diesem Zweck haben die Societé Européenne des Satellites (SES) und Intel Corporation die Tochterfirma Européan Satellite Multimedie Services (ESM) gegründet."Unternehmensziel der ESM ist die Übertragung von Multimedia-Inhalten per Satellit auf PCs", erklärten Intel und SES. Die sechs Astra-Satelliten decken den europäischen Kontinent zwischen Moskau und Gibraltar ab.Darüber empfangen bislang rund 23 Millionen Haushalte Fernseh- und Hörfunksendungen.Rund vier Millionen der neueren Astra-Empfangsanlagen sind technisch auch in der Lage, das Breitbandsignal für Personal Computer zu empfangen.Dazu muß der PC mit einer speziellen Empfangskarte ausgestattet werden. "Mittels Breitband-Satelliten können weit höhere Übertragungsgeschwindigkeiten erreicht werden als über herkömmliche Telefonleitungen", sagte SES-Generaldirektor Romain Bausch.So könne ein PC mit sechs Megabit pro Sekunde an den Satellitenempfänger angeschlossen werden.Über den Astra-Satelliten könnten auch Internet-Dienste empfangen werden.Für den Rückkanal wird eine Telefonleitung oder ISDN-Verbindung benötigt.

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