Zeitung Heute : Voneinander lernen

HELGA BALLAUF

In Norwegen mischt die Arbeitsverwaltung kräftig bei Programmen zur beruflichen Qualifizierung mit.In den Niederlanden existieren branchenbezogene Weiterbildungs- und Entwicklungsfonds.In Dänemark ist die Fortbildung Beschäftigter und Arbeitsloser staatliche Aufgabe.In Deutschland reden alle ein bißchen mit: Bund, Länder, Arbeitsverwaltung, Arbeitgeber, Gewerkschaften.Ein europäischer Fleckenteppich, wie er im Buche steht.Voneinander lernen heißt voneinander wissen: Unter diesem Motto setzten sich Berufsbildungsexperten dieser vier Länder zusammen und verglichen ihre heimischen Weiterbildungssysteme.Ihre Ergebnisse hielten sie in der Dokumentation "Modelle zur Finanzierung der beruflichen Weiterbildung" fest.

Wer zahlt? Wer redet mit? Welche schulischen Voraussetzungen bringen Arbeitnehmer mit? Welche Chancen haben Beschäftigte, durch ständiges Weiterlernen ihren Job zu behalten? Gibt es Instrumente, wie Arbeitslose durch gezielte Qualifizierung wieder den beruflichen Anschluß kriegen? Diesen Fragen ging der EU-finanzierte Austausch nach.

Der Band dokumentiert die Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern sowie konkrete Beispiele aus der jeweiligen Qualifizierungs- und Beschäftigungspolitik - von Modellen der innerbetrieblichen Weiterbildung bis zu Erfahrungen mit Jobrotation.Eine Fundgrube für alle, die den deutschen Weiterbildungsdschungel besser verstehen wollen und neugierig auf Anregungen aus drei Nachbarländern sind.Schade nur, daß viele der Kapitel sehr trocken und sperrig formuliert sind!

Grünewald / Moraal (Hrsg.), Modelle zur Finanzierung der beruflichen Weiterbildung Beschäftigter und Arbeitsloser.Dokumentation eines LEONARDO-Projektes mit Beteiligung von Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und Norwegen, wbv-Verlag, Bielefeld 1998.

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