Zeitung Heute : Vor dem Fernseher fiebern

JAKOB BRETSCHNEIDER[FRIEDRICH-EBERT-OBERS],KL.9B[FRIEDRICH-EBERT-OBERS]

Für mich ist Sport eine der schönsten Nebensachen der Welt.Sport spielt in meinem Leben eine große Rolle.Warum mich das Thema so fasziniert und was ich gut daran finde, daß 22 Männer einem Ball hinterherrennen, will ich mit den folgenden Zahlen erklären.

Sport ist für viele Menschen ein ganz normales Wort.In meinen Augen ist es jedoch ein besonderer Begriff.Das Phänomen Sport macht sich vorzugsweise bei Männern und solchen, die es einmal werden wollen, bemerkbar.Seit meinem achten Lebensjahr interessiert mich dieses Thema mit all seinen Hintergründen und all seinen guten wie schlechten Seiten.Ich weiß selbst nicht genau, woher dieses Interesse stammt.Es gibt viele Menschen, die denken, Sport sei nur, wenn Andreas Möller ein Tor schießt; aber das Thema ist wesentlich komplexer.

Zu den Schattenseiten des Sports gehört sicher die wachsende Kommerzialisiserung.Es kann doch nicht sein, daß zwei Drittel der Basketballsaison ausfallen sollen, nur weil einige Spieler mit ihrem Gehalt von 120 Millionen Dollar immer noch nicht zufrieden sind.Diese Sportler haben den sportlichen Gedanken, nämlich daß Sport Spaß machen soll, nicht verstanden.Bei ihnen lautet die Devise: Mein Geld bekomme ich, egal wie gut oder schlecht ich spiele.

Der sportliche Gedanke verliert in vielen Disziplinen immer mehr an Bedeutung.Ein wesentlicher Grund dafür sind meiner Meinung nach die Medien.Wenn beispielsweise ein noch wenig bekannter Spieler in der Fußballbundesliga am Wochenende ein spektakuläres Tor schießt und somit das Spiel entscheidet, wird er nach dem Abpfiff vom Publikum und von gewissen Pressevertretern, vor allem vom Fernsehen, so sehr "hochgepusht", daß der Spieler sofort zum Manager läuft und ein höheres Gehalt fordert.Genau so ist es mit der Trainerfrage.Der Ex-Bundestrainer Berti Vogts wurde von den Medien dermaßen demontiert, daß es das einzige Richtige war, zurückzutreten.Ist denn die ganze Welt so oberflächlich? Ist denn die Welt nur in Ordnung, wenn der Erfolg da ist? So kann, darf und wird es nicht weitergehen.Die Menschen müssen verstehen, daß so der ganze Sport kaputt gemacht wird.Jetzt kommt bestimmt die Frage: "Und was findet der denn jetzt so gut am Sport?" Meine Gegenfrage lautet: Was gibt es größeres als die Sportgroßereignisse wie Olympia und Weltmeisterschaften? Was bringt annähernd so viele Menschen aus der ganzen Welt zusammen? Sport soll verbinden.Da sind nicht nur die Fans, die einen Sieg ihrer Mannschaft feiern, sondern es sind auch die Menschen, die vor dem Fernseher sitzen und miteinander fiebern.

So sollte es überall auf der Welt sein.Doch es gibt auch hier leider schlimme Ausnahmen, wie etwa dieses Jahr in Frankreich.Die Menschen, die den Polizisten Daniel Neville zusammengeschlagen haben, sind nicht normal und zerstören mit ihren Aktionen den Sport.Diese Menschen bezeichnen sich nur als Fans, sind aber in Wirklichkeit Gewaltverbrecher, die nur auf sich aufmerksam machen wollen.

Ich hoffe, daß in Zukunft diese Menschen zur Vernunft kommen werden und daß uns solche Vorfälle wie in Frankreich erspart bleiben.

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