Zeitung Heute : Vor dem Spiel: CHILE - KAMERUN: Ivan Zamorano träumt schon

PARIS (sid)."Ivan der Schreckliche" sinnt auf Rache gegen den "Fußballschuh Gottes"."Ronaldo hat mich vor der WM dauernd damit geneckt, daß Chile die Vorrunde nicht überstehen wird.Ich träume davon, daß wir im Achtelfinale gegen Brasilien spielen, 1:0 gewinnen und ich das Trikot mit ihm tausche", sagt Ivan Zamorano vor Chiles abschließenden Vorrundenspiel gegen Kamerun am Dienstag (16 Uhr) in Nantes.Ein Achtelfinal-Duell gegen seinen Sturmpartner bei Inter Mailand wäre für Zamorano die ganz persönliche Belohnung, sollte Chile erstmals außerhalb der Heimat eine WM-Vorrunde überstehen.Nur 1962 als Gastgeber hatten die Südamerikaner dies geschafft.Im Spiel um Platz drei gelang ihnen mit dem 1:0 über Jugoslawien zudem der bislang letzte Sieg bei einer WM-Endrunde.

Das Ende dieser Mißerfolgsserie schien in Frankreich schon zweimal gekommen.Doch ein "geschenkter" Handelfmeter, den Roberto Baggio zum 2:2 für Italien verwandelte, und ein Kunstschuß des Österreichers Iviva Vastic zum 1:1 kosteten jeweils kurz vor Abpfiff jene Punkte, die nach den drei Toren von Stürmerstar Marcelo Salas längst zum Weiterkommen gereicht hätten.Gegen Kamerun würde den Südamerikanern möglicherweise zwar schon ein Unentschieden zum Weiterkommen reichen, falls Österreich seine Partie gegen Italien nicht gewinnt, doch auf dieses Risiko will sich Zamorano nicht einlassen: "Wir spielen schließlich mit den besten Fußball bei dieser WM.Wir wollen unsere Fans auf keinen Fall als Verlierer nach Hause fahren lassen."

Auch Kamerun hat bei einem Sieg noch die Chance, unter die letzten 16 zu kommen, braucht dafür aber die Schützenhilfe der Italiener, die gegen Österreich nicht verlieren dürfen.Bei seinen bisherigen Auftritten gegen Österreich (1:1) und Italien (0:3) fiel der WM-Viertelfinalist von 1990 aber mehr durch häßliche Fouls als durch frühere spielerische Klasse auf.Sportminister Owona behauptet dagegen: "Die Mannschaft hat gut gespielt, aber nicht zum ersten Mal unter den Schiedsrichtern gelitten."

Kameruns Trainer Claude Le Roy muß auf den einzigen Torschützen Raymond Kalla verzichten, der gegen Italien "rot" sah.Dennoch betont Le Roy: "Löwen können brüllen, auch wenn sie verwundet sind." Abwehrspieler Rigobert Song hat damit begonnen: "Für dieses Spiel brauchen wir Krieger."

3 SAT - live - 16 Uhr - Chile - Kamerun

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