Zeitung Heute : VOR DEM SPIEL GEGEN IRAN: Mittelfeld vor dem Umbruch

NIZZA .Das Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft steht vor einem Umbruch.Während Thomas Helmer am Donnerstag in Montpellier auf seinen ersten WM-Einsatz hoffen kann, könnte sich Andreas Möller auf der ungeliebten Ersatzbank wiederfinden, nachdem der 30jährige wieder einmal in der "Stunde der Wahrheit" versagt hatte."Diesen Vorwurf muß ich mir natürlich machen", gestand Möller seine schwachen Vorstellung gegen Jugoslawien ein: "Es war schon enttäuschend für mich, speziell durch die Auswechslung.Aber das Turnier ist noch nicht zu Ende."

Größere Chancen, gegen Iran in der Startelf zu stehen, besitzt derzeit Thomas Helmer, der sich nach seinen gesundheitlichen Problemen in den letzten Wochen herangekämpft hat."Thomas ist wieder hundertprozentig fit", betonte Berti Vogts, der vor allem auf die Routine seines "EM-Kämpfers" Helmer setzt.Probleme im mentalen Bereich, die der Bundestrainer bei seinen WM-Neulingen wie Hamann oder Ziege, aber auch bei Möller, diagnostiziert hatte, wird es beim 32 Jahre alten Helmer nicht geben."Ich trainiere jetzt zwei Wochen ohne Probleme und Schmerzen.Jetzt würde ich auch ganz gern wieder am Spielbetrieb teilnehmen", sagte Helmer entschlossen.Eigentlich hatte Helmer schon gegen die Jugoslawen mit dem Ende seiner Leidenszeit gerechnet, doch Vogts entschied sich für die zentrale Mittelfeld-Variante Hamann, Jeremies, Möller."Ich war schon enttäuscht", gab Helmer zu, nicht nur weil diese Variante ohne ihn gescheitert war.Auch als Vogts, kam nicht er, sondern sein Bayern-Kollege Lothar Matthäus zum Zug.So mußte Helmer als "Co-Trainer, weil ich neben dem Trainer saß", ansehen, wie Vogts vergeblich von der Linie aus versuchte, Einfluß zu nehmen.In Montpellier aber könnte Helmer die zentrale Achse mit Matthäus, Thon und Häßler bilden, was die Degradierung von Möller zum Bankdrücker nach sich ziehen würde.

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