Zeitung Heute : Vor dem Spiel: HOLLAND - SÜDKOREA: Mit dem Bus zum Titel?

MONTPELLIER (sid).Die quälende Flugangst bleibt Dennis Bergkamp zum Glück erspart.Zum vorentscheidenden WM-Gruppenspiel von Ex-Europameister Holland heute gegen Südkorea erfolgt die Anreise vom Quartier in Monaco aus nach Marseille ausnahmsweise zusammen mit den Mannschaftskollegen im Bus.Für den Stürmer des englischen Meisters Arsenal London eine ideale Vorbereitung auf einen besonderen Auftritt: Erstmals seit rund zwei Monaten wird der Pechvogel wieder ein Pflichtspiel von Beginn an bestreiten.Im Punktspiel der Premier League am 26.April gegen Wimbledon erlitt der 29jährige einen Muskelfaserriß im Oberschenkel.Rückschläge verzögerten den Heilungsprozeß: "Seit einem Jahr freue ich mich auf diese Weltmeisterschaft.Es wird die letzte meiner Karriere sein." Den Flug zur WM 2002 nach Japan und Südkorea wird Bergkamp sich auf keinen Fall antun.

Wegen der Blessur verpaßte Englands "Spieler des Jahres" bereits das Saisonfinale mit der Meisterfeier von Arsenal sowie das anschließende Cup-Finale.Doch sein Kurzeinsatz beim WM-Auftakt gegen Belgien machte Bergkamp Mut für sein 59.Länderspiel: "Das war wichtig, damit ich im Kopf frei werde.Die Furcht vor einem weiteren Rückschlag war noch groß."

Der sensible wie begnadete Stürmer, der in der abgelaufenen Saison auf der Insel 22 Treffer erzielte und für ein Novum sorgte, als er dreimal hintereinander ein "Tor des Monats" erzielte, hat sich mit zusätzlichen Trainingseinheiten auf die Partie gegen Südkorea vorbereitet.Bergkamp will es seinen Kritiker zeigen."Ich habe den Ruf, ich sei zu weich für das Geschäft.In England habe ich bewiesen, daß ich Verantwortung und eine Führungsrolle übernehmen kann." Zusammen mit Kapitän Ronald de Boer soll Bergkamp gegen die Südkoreaner die Strategie von Guus Hiddink umsetzen: "Wir müssen Druck machen und sie mit schnellen Kombinationen kaputtspielen", sagt der Bondscoach.

Nach der ernüchternden 1:3-Pleite gegen Mexiko und mit dem vorzeitigen WM-Aus vor Augen haben die Südkoreaner derweil neue Prioritäten gesetzt."Wir wollen uns gut verkaufen, denn einige meiner Spieler machen sich Hoffnungen auf Verträge bei europäischen Klubs", sagt Südkoreas Trainer Bum Kun Cha, einst selbst Bundesliga-Profi in Leverkusen.

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