Zeitung Heute : Vorentscheidung für Stadtinformationssystem

KURT SAGATZ

debis gewinnt Teilnehmerwettbewerb / Vertragsverhandlungen gestartet / Firma sieht sich als DienstleisterVON KURT SAGATZBei der Ausschreibung des Berliner Stadtinformationssystems ist eine wichtige Vorentscheidung gefallen.Der Berliner Senat hat der Vorlage des Regierenden Bürgermeisters zugestimmt, wonach mit einem Konsortium unter Führung der Daimler-Benz-Tochter debis die "Verhandlungen über einen Vertrag zum weiteren Betrieb und Ausbau des vom Land Berlin unterhaltenen elektronischen Informationsdienstes zu einem umfassenden elektronischen Stadtinformationssystem" aufgenommen werden sollen.Zu dem Konsortium gehören derzeit noch Alcatel und die Berliner Volksbank, wie Horst Ulrich von der Senatskanzlei gegenüber dem Tagesspiegel erklärte. Insgesamt waren auf den europaweit ausgeschriebenen Teilnehmerwettbewerb acht Konzepte eingereicht worden, von denen drei in die engere Wahl gelangten.Neben dem debis-Entwurf handelte es sich dabei um Konzepte von IBM und Telekom.Der weitere Fahrplan sieht nun vor, daß die Verhandlungen mit debis bis Ende Januar 1998 zu einem Vertrag führen sollen.Für debis sprachen unter anderem die Erfahrungen, die das Unternehmen im Aufbau eines Informationsdienstes im Dreiländereck Deutschland­Schweiz-Frankreich gesammelt hat.Unter der Adresse www.rol3.de ging dieser Dienst, der die Regionen Basel­Freiburg­Straßburg umfaßt, unlängst in Betrieb. Was Berlin angeht, will sich der Sieger des Teilnehmerwettbewerbs allerdings noch nicht in die Karten schauen lassen und hält sich mit Aussagen über die Planungen für das Stadtinformationssystem zurück.Der zuständige Projektleiter, Bernd Rumscheid, spricht vielsagend von einer Plattform, die Inhalte von Unternehmen, Institutionen und natürlich der öffentlichen Hand präsentiert.So werden sich über die Plattform unter anderem die Investitionsbank Berlin, die BVG, Partner für Berlin sowie Berlin Tourimus-Marketing darstellen.Zudem sollen sich möglichst viele private Firmen über das Informationssystem gegenüber den Bürgern, den Besuchern der Stadt oder auswärtigen Investoren präsentieren können.debis selbst sieht sich dabei in der Rolle des Dienstleisters, der zusammen mit geeigneten Partnern die Inhalte an den Nutzer bringt.So sei das Gesamtaufkommen der städtischen Informationen zu groß, um von einem allein gehoben zu werden.Auch in Bezug auf die technische Realisierung hat debis keine Berührungsängste.Es lägen zahlreiche Kooperationsangebote von Firmen vor, die nun ausgewertet würden. Dem Anwender verspricht der debis-Mann ein System, das aktuelle Infos liefert und nutzenorientiert arbeitet.Kurz gesagt: Das Stadtinformationssystem soll das Leben vereinfachen.Hierzu gehört, daß Theater- oder Kinotickets online geordert und Hotels ebenso einfach gebucht werden können.Ein anderes Stichwort ist das virtuelle Rathaus, bei dem Behördengänge online vorbereitet und Formulare bequem von zuhause aus bestellt werden.Denkbar wäre auch, daß einige bürokratische Verfahren komplett elektronisch zu erledigen wären.Um dies zu schaffen, so Rumscheidt, werde es technisch sicherlich einen Mix von verschiedenen Zugangsformen geben. Derzeit besteht das von der Senatskanzlei betriebene System aus Angeboten im Internet und im Online-Dienst der Telekom, T-Online.Daneben laufen Pilotvorhaben im digitalen Rundfunk DAB und im digitalen Fernsehen DVB.Über die Internet-Adresse

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