Zeitung Heute : VORSCHAU

Was wird am Wochenende wichtig?

Demokratie wagen. Mehr als ein Jahr nach dem Militärputsch in Thailand soll die Demokratie in das südostasiatische Land zurückkehren: Rund 45 Millionen Thailänder sind aufgerufen, am Sonntag ein neues Parlament zu wählen. Viele erhoffen sich durch eine vom Volk getragene Regierung mehr Stabilität. Große Veränderungen werden dagegen nicht

erwartet: Das Land teilt sich nach wie vor

in Anhänger und Gegner des gestürzten Ex-Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra – und zwischen diesen beiden Lagern wird auch der Kampf um die Macht ausgetragen. Die besten Chancen hat die Partei der Volksmacht (PPP), in der sich die Mitglieder von Thaksins Partei Thai Rak Thai (Thailänder lieben Thailänder) nach deren Verbot neu formierten. Umfragen der vergangenen Woche zufolge könnte sie auf mehr als 210 der 480 Sitze im Parlament kommen, während der Demokratischen Partei mehr als 120 Mandate zugetraut werden. Die absolute Mehrheit wird wohl keine Gruppierung erhalten, weshalb eine Koalition wahrscheinlich ist. Welche Partei an deren Spitze stehen wird, ist offen und hängt unter anderem von den kleineren Parteien ab. Auch die in Thailand übliche Praxis des Stimmenkaufs sowie das Kriegsrecht, das noch in mehr als einem Drittel des Landes herrscht, machen jede Prognose unsicher. Der 72-jährige PPPSpitzenkandidat und ehemalige Gouverneur von Bangkok, Samak Sundaravej, hat jedenfalls deutlich gemacht, dass er Thaksins kapitalistische Politik gepaart mit populistischen Maßnahmen für die arme Landbevölkerung fortsetzen will.

Der 2006 gestürzte schwerreiche Ex-Regierungschef, der seither im Londoner

Exil lebt, darf selbst nicht antreten. AFP

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