Zeitung Heute : Wachstum gab es nur noch in Düsseldorf

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Für den deutschen Büromarkt war 2001 insgesamt ein gutes Jahr. Zu diesem Fazit kommt die DIP Deutsche Immobilienpartner, ein Maklerverbund aus sechs großen deutschen und österreichischen Immobilienfirmen. Die DIP beobachtet nach eigenen Angaben regelmäßig die Büromärkte in elf deutschen Großstädten, darunter Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main und Düsseldorf. Die Büroflächenumsätze seien gegenüber dem Vorjahr zwar rückläufig gewesen, so die DIP, lägen aber deutlich über dem Durchschnitt der 90er Jahre. Eine bundesweite Ausnahme sei Düsseldorf gewesen, das letztes Jahr im Büroflächenumsatz ein neues Rekordergebnis erreicht habe. Die Mietpreise hätten dagegen bundesweit nochmals angezogen, die Angebotsreserven hätten sich weiter abgebaut.

Insgesamt lag der Büroflächenumsatz im Jahr 2001 bei 3,2 Millionen Quadratmetern und damit 13 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres mit 3,67 Millionen Quadratmetern. Der umsatzstärkste deutsche Büromarkt war wie im Vorjahr München mit 910 000 Quadratmetern (2000: 1,05 Millionen Quadratmeter). Dahinter folgten Frankfurt mit 635 000 Quadratmetern (Vorjahr: 700 000) und Berlin mit 430 000 Quadratmetern (2000: 520 000). Düsseldorf an vierter Stelle steigerte den Büroflächenumsatz gegenüber dem Vorjahr von 359 000 Quadratmetern auf 407 000. In Hamburg, das an fünfter Stelle des bundesweiten Rankings liegt, sank der Umsatz dagegen von 515 000 Quadratmetern auf 390 000.

Düsseldorf erzielte mit acht Prozent auch die mit Abstand beste Umsatzquote. Damit bezeichnet man die Relation von jährlichem Büroflächenumsatz zum Gesamtflächenbestand. Hier folgen Frankfurt und München mit sechs beziehungsweise 5,9 Prozent. Bürostandorte mit vergleichsweise niedrigen Umsatzquoten, die unter dem als Mittelgrenze angesehenen Wert von drei Prozent lagen, waren im letzten Jahr Stuttgart, Mannheim, Leipzig und auch Berlin. DIP zählt Berlin dennoch zu den "relativen" Gewinnern des Jahres 2001. Dazu gehörten Städte mit ausgeglichener Branchenstruktur und hohem Berateranteil wie Frankfurt und Stuttgart oder Standorte mit durchkonzipierten Neubauten, die von ihren Marketing- und Gestaltungsvorteilen profitierten. Davon sei der Berliner Markt im letzten Jahr begünstigt worden.

Die DIP stellt ein weiter anziehendes Mietpreisniveau bei zunehmender Spreizung der Büromieten zwischen verschiedenen Standorten und Lagen fest. So seien die gewichteten Spitzenmieten in Frankfurt am Main binnen Jahresfrist um 14 Prozent auf knapp 50 Euro pro Quadratmeter gestiegen. In Rostock zum Beispiel lägen sie dagegen unverändert um die zehn Euro. Allerdings sieht die DIP Anzeichen dafür, dass die gewichteten Spitzenmieten an fast allen Standorten in den alten Bundesländern unter Druck geraten, während sich in den neuen Bundesländern dagegen eine Stabilisierung abzeichne.

Den "Umsatzboom" in den Jahren 1999 und 2000 führt DIP auf das zu dieser Zeit expansive Wachstum der New Economy zurück. Im Jahr 2001 sei die Nachfrage aus diesem Bereich jedoch keinesfalls zusammengebrochen. Im Vordergrund bei den Unternehmen der Branche sei im letzten Jahr eher ein Flächenwechsel gestanden - hin zu preisgünstigeren Standorten. Für das Jahr 2002 erwartet DIP bundesweit weiter rückläufige Büroflächenumsätze.

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