Wahlkalender 2009 : 23.05.: Bundespräsidentenwahl

Als Horst Köhler im Juli 2004 nach einer aufsehenerregenden Nominierung durch CDU-Chefin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle zum Staatsoberhaupt gewählt wurde, galt er vielen Deutschen noch als spröde und unnahbar. Seine Karriere als Bankmanager und Finanzexperte, aber auch seine geringe Erfahrung im politischen Geschäft, machten ihn zu einem Präsidenten, der sich die Zuneigung seiner Bevölkerung erst noch erarbeiten musste. Jetzt, wenige Monate vor der nächsten Präsidentenwahl, gilt es als nahezu sicher, dass Köhler von der Bundesversammlung in seinem Amt bestätigt wird. Köhler genießt nicht nur die Zustimmung der Menschen, der Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschafts -

krise in diesem Jahr macht ihn auch zu einem kenntnisreichen Ratgeber für das Land. Der Kandidatin der SPD, Gesine Schwan, die Köhler zum zweiten Mal herausfordert, ist es bisher noch nicht einmal gelungen, in der ganzen Breite der Sozialdemokratie Unterstützung für ihre Bewerbung zu erlangen. Ob sie Stimmen außerhalb der SPD erhalten kann, ist mehr als fraglich. Einen völli-

gen Außenseiter will die Linke mit dem ostdeutschen „Tatort“- Kommissar Peter Sodann ins Rennen um Schloss Bellevue (Bild) schicken. Sodann gefiel sich bisher in spektakulären Interviews, in denen er sich ganz bewusst uninteressiert an aktuellen politischen Ereignissen gab oder mit schrillen Kommentaren für Aufsehen sorgte. Insbesondere Union und FDP werden den Ausgang der Präsidentenwahl zum Stimmungsbarometer für die Bundestagswahl im Herbst deklarieren. Zu einem Barometer wird die Wahl aber auch für die SPD und zwar was die Stimmung in der eigenen Partei betrifft – fast ein Jahr nach der Machtübernahme von Franz Müntefering. asi

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