Zeitung Heute : Warten auf das Ende von Aida

KLAUS TSCHARNKE

Seereiseveranstalter: Subventionen verursachen Flaute am Markt VON KLAUS TSCHARNKE

Groß ist die Flaute auf dem Seereisenmarkt."Er ist überbesetzt und alle verlieren Geld", klagt Wolfgang Beeser von Neckermann-Reisen.Allenfalls ein Unternehmen - Hapag-Lloyd in Bremen - erwirtschafte noch ein Plus.Der Chef des Reiseveranstalters schiebt die Schuld an der Krise der Kreuzfahrt auf die - im Juni in Dienst gestellte - "Aida".Das mit staatlichen Subventionen gebaute Schiff - es verfügt über 593 Kabinen - produziere "jeden Tag zigtausend Mark Verlust".Beeser: "Es ist zu erwarten, daß es irgendwann einen gigantischen Flop gibt." Bis dahin jedoch könnte ein Teil des deutschen Kreuzfahrtmarktes nicht mehr existent sein.Entscheidend sei, wieviel Luft der einzelne Kreuzfahrt-Betreiber hat, um die Zeit zu überstehen, bis das rund 300 Millionen Mark teure Vergnügungsschiff "nicht mehr da ist". Schon Mitte September hatte Karl Born, Vorstand des größten deutschen Reiseveranstalters Touristik Union International (TUI), vor dem "Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage" gewarnt.Er berichtete von 30 neuen Kreuzfahrtschiffen mit Platz für 55 000 Passagiere, die in den nächsten vier Jahren weltweit vom Stapel laufen.In Deutschland wurden 1995 insgesamt knapp 310 000 Seereisen verkauft, sie spülten den Reiseunternehmen gut 1,1 Milliarden Mark in die Kassen.

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