Zeitung Heute : Warum Raver Ecstasy nehmen

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Sie können stundenlang tanzen, ihr Blick geht ins Leere, und ihre Umwelt besteht nur noch aus Eindrücken von Licht und Musik. Wer Ecstasy einnimmt, erlebt Tanz auf eine extreme Weise – und begibt sich in höchste Gefahr. Zur Mode wurde die Droge, nachdem der kalifornische Biochemiker Alexander Shulgin 1972 in seinem Buch „Pihkal“ den Wirkstoff MDMA angepriesen hatte. Ecstasy kursierte zunächst an der USWestküste und wurde schnell weltweit bekannt. Seit 1986 ist Ecstasy in Deutschland verboten, blieb aber nicht nur in der Technoszene ein beliebtes Aufputschmittel.

Wer Ecstasy einnimmt, steigert die Ausschüttung von Botenstoffen (Neurotransmittern), die mit der Aktivierung von Gefühlen und Aktionen zusammenhängen (Serotonin und Dopamin). Die Rezeptoren im Gehirn werden förmlich überschwemmt, woraufhin der Mensch jeden Sinneseindruck extremer wahrnimmt. „Die Emotionen scheinen tiefer, und es entsteht der Eindruck, dass man leichter Kontakte herstellen kann“, sagt Rainer Thomasius, Leiter der Drogenambulanz am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf – „in Studien sprachen Betroffene sogar von einem Gefühl der Verschmelzung mit anderen“. Zusätzlich wirkt MDMA euphorisierend und leistungssteigernd. Kurzfristige Nebenwirkung ist zum Beispiel der Anstieg der Körpertemperatur auf bis zu 42 Grad. Langfristig gebraucht, kann Ecstasy zu Hirnschäden, Aufmerksamkeitsdefiziten und Gedächtnisstörungen führen. no

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