Zeitung Heute : Was für eine Truppe

Ein kleines militärisches Lexikon

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Wehrbeauftragter: Der Wehrbeauftragte gehört nicht zu den Streitkräften. Er ist Beauftragter des deutschen Bundestags und damit Teil des Parlaments. Seine Position ist im Grundgesetz verankert. Unter Artikel 45b heißt es dort: „Zum Schutz der Grundrechte und als Hilfsorgan des Bundestages bei der Ausübung der parlamentarischen Kontrolle wird ein Wehrbeauftragter des Bundestages berufen.“ Dieser hat eine Reihe von Kontrollrechten, die ihm Unabhängigkeit verleihen sollen. Er kann selbstständig oder auf Weisung des Bundestages oder des Verteidigungsausschusses tätig werden. Der Wehrbeauftragte wird für je fünf Jahre gewählt und dient den Soldaten als Petitionsinstanz. Im Jahr 2000 übernahm der ehemalige Bundestagsabgeordnete Willfried Penner das Amt.

Wehrbericht: Dieser Bericht wird jedes Jahr vom Wehrbeauftragten vorgelegt. Er umfasst die Beschwerden der BundeswehrAngehörigen aus dem Berichtsjahr. Sämtliche Anliegen, Vorschläge oder Beschwerden können direkt, das heißt ohne Einhaltung des Dienstweges, beim Wehrbeauftragen geäußert werden. So erreichen ihn auch Beschwerden über Vorgesetzte.

Bundeswehrsoldaten: 271923 Soldaten verrichten derzeit ihren Dienst bei der Bundeswehr. Die Anzahl verteilt sich auf vier Teilstreitkräfte:

Heer: 123837 Soldaten

Luftwaffe: 51348 Soldaten

Marine: 19874 Soldaten

Streitkräftebasis: 48003 Soldaten

Sanitätsdienst: 18806 Soldaten

Sonstiges: 10055 Soldaten

Rechtliche Grundlagen : Der Bund stellt nach Artikel 87a des Grundgesetzes Streitkräfte zur Verteidigung auf. Allerdings bedeutet Verteidigung heute mehr als die der eigenen Landesgrenzen. Sie umfasst die Intervention bei Konflikten und Krisen und deren Vorbeugung ebenso wie die Krisennachsorge. Verteidigung ist kein geografisches Moment. Es dient dem Schutz der Sicherheit, gleich wo diese bedroht ist.

Standorte: Heute gibt es 621 Standorte in Deutschland; die Zahl soll auf 505 reduziert werden. Entscheidungen über weitere Schließungen stehen aus.

Auslandseinsätze: Etwa 7500 deutsche Soldaten sind im Ausland tätig. Davon arbeiten 3200 mit der KFor (Kosovo Force) im Kosovo, 2000 mit der Isaf (International Security Assistance Force) in Afghanistan und Usbekistan, 1350 mit der SFor (Stabilization Force) in Bosnien und Herzegowina, 450 bei Operationen im Mittelmeer (Active Endevour), 450 bei Enduring Freedom am Horn von Afrika, 12 bei der Nato-Truppe HQ Skopje in Mazedonien, 11 bei der Unomig in Georgien und zwei bei der Unmee, der Mission der Vereinten Nationen in Äthiopien und Eritrea. Einsätze der Bundeswehr im Ausland sind bisher und vermutlich auch in Zukunft nur mit Erlaubnis des Parlaments möglich. Danach müssen Tätigkeiten deutscher Soldaten im Ausland, auch bei Nato- oder UN-Einsätzen zuvor parlamentarische Zustimmung erhalten. Planung und „vorbereitende Maßnahmen“ sowie humanitäre Hilfsdienste sollen nach Meinung der rot-grünen Koalition in Zukunft nicht zustimmungspflichtig sein, sofern die Soldaten nicht in „bewaffnete Unternehmen“ hineingezogen werden können. Tsp

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