Zeitung Heute : Was ist los mit Joschka Fischer?: Freiheit, Abenteuer und Außenminister

Norbert Thomma

Joschka Fischer ist Außenminister von Deutschland. Er hat ein faltiges Gesicht und glatte Anzüge. So fliegt er von Land zu Land und redet mit Regierungen. Er findet diesen Beruf traumhaft. Als junger Mann hatte Fischer Jeans und Lederjacke an, und manchmal prügelte er sich mit Polizisten. Er träumte dabei von Freiheit und Abenteuer. Es gibt Bilder, die zeigen: Wenn es Krawall gab, war Joschka Fischer gerne mit dabei.

Warum einer so etwas macht, Steine werfen und so? Damals gab es in Deutschland viele Demonstrationen, und viele sagten: Das Land muss sich verändern. Der Streit in der Politik war viel härter als heute. Auch die Polizei ging manchmal härter vor als erlaubt. Nun sagen manche, Fischer sollte nicht mehr Außenminister sein, weil er sich mit der Polizei geprügelt hat. Andere sagen: Ist doch gut, dass er jetzt so ein braver Bürger geworden ist! Deshalb darf er Außenminister bleiben. Wieder andere meinen: Joschka Fischer macht heute Sachen, die er als junger Mann total abgelehnt hat, und das ist schlecht.

Ein junger Mann von heute hat zum Beispiel dem Minister Fischer mal einen Farbbeutel an den Kopf geworfen. Da hat ihn der Außenminister bei der Polizei angezeigt. Nun sagen einige: Der Fischer will immer bestimmen, wann man Steine und Farbbeutel werfen darf und auf wen.

Darf man sich ändern? Oder soll man sich selbst immer treu bleiben? Ist das überhaupt ein Widerspruch?

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