Zeitung Heute : Was tun bei Computer-Pannen? - Von Backups, Notizen, Hotlines und dem PC-Notruf

Kurt Sagatz

Nahezu jede Technik hat die unangenehme Eigenschaft, zur Unzeit den Dienst zu quittieren. Wer kann es sich schon leisten, in der Endphase einer Diplomarbeit ohne Internet und E-Mail dazustehen? Und auch eine unerledigte Banküberweisung, die am Sonntag per Homebanking noch schnell hätte erledigt werden müssen, ist mehr als ein Ärgernis. Einige Vorkehrungen können dabei bares Geld wert sein, denn sowohl die Hotlines auch als professionelle Computer-Pannendienste sind alles andere als billig.

Wer einmal eine wissenschaftliche Arbeit verfasst oder ein längerfristiges Projekt geleitet hat, dem brauch man es nicht mehr zu sagen: Nur wer seine Daten regelmäßig auf externe Datenträger sichert, ist im Zweifelsfall auf der sicheren Seite. Auch wenn Festplatten genau wie Autoreifen nur selten kaputt gehen, würde kaum jemand ohne Ersatzrad in den Urlaub fahren. Beim Computer - vor allem daheim - ist dieses Sicherheitsdenken weniger verbreitet.

Was soll schon passieren, außer dass einige Briefe unwiderruflich verloren gehen? fragen sich die meisten PC-Besitzer. Die Antwort fällt drastischer aus, als zumeist angenommen. Nicht allein die Briefe, Organizer-Daten, Bankdaten und elektronischen Bilder wandern ins digitale Nirvana. Auch die gesamten Einstellungen für den Betrieb des Computers, für den Gang ins Internet, die Verbindungsaufnahme zum E-Mail-Server oder die diversen voreingestellten Passwörter und die heiss geliebten Bookmark-Listen gehen ebenfalls verloren. Über die Zeit kommt da reichlich zusammen, was zu sichern sich lohnt.

Den besten Schutz bieten Sicherheitskopien. Sowohl die eigenen Dateien als auch die Ordner mit den E-Mails, den Favoriten, den Homebanking-Daten und auch die Systemdateien lassen sich damit retten. Besonders komfortabel ist die Sicherung mit Hilfe eines ausgewachsenen Backup-Programms auf ein Bandlaufwerk. Im privaten Bereich reicht jedoch zumeist auch die Sicherung entweder mit CD-Brenner oder auf Disketten aus.

Genauso wichtig wie der Daten-Backup ist jedoch auch in Hinblick auf die Internet-Nutzung das Archivieren wichtiger Verbindungseinstellungen. Hierzu gehört zum Beispiel das Datenblatt des Providers mit den Angaben zu Einwahlnummer, Kennung, Passwort, Proxy-Server, E-Mail-Server (POP3 und SMTP), Newsserver etc. Dies gilt sowohl für Internet-Provider als auch für Online-Dienste. Da die Passwörter von Zeit zu Zeit geändert werden sollten, darf nicht vergessen werden, das jeweils aktuelle Passwort ebenfalls zu archivieren. Gleiches gilt für die Zugangsdaten zu den diversen Internet-Anbietern, damit auch nach einem Systemcrash noch online eingekauft oder in Newslisten mitdiskutiert werden kann. Auch wichtige Einstellungen zum Beispiel für das Modem oder den ISDN-Adapter sollten - am besten auf Papier - notiert werden, um später Anhaltspunkte für die Fehlersuche zu haben.

Kommt es dann tatsächlich einmal zum Fall der Fälle, werden zuerst die Einstellungen mit dem Archiv verglichen. Funktioniert zum Beispiel die Einwahl nicht mehr, werden Einwahlnummer, Kennung und Passwort geprüft. Bei E-Mail-Problemen wird verglichen, ob Kennung, Passwort, Mailserver und Verbindungsangaben korrekt sind. Analog wird bei Problemen mit dem Newsserver vorgegangen. Einfache Probleme lassen sich so beheben. Besteht der Fehler jedoch fort, ist fachkundiger Rat unerlässlich. Wildes Probieren hilft hingegen nicht weiter.

Erste Anlaufstelle bei schwerwiegenderen Problemen sind die entsprechenden Hotlines - bei Hardware-Problemen den Händler kontaktieren, bei Betriebssystem sowie bei Anwendungsprogrammen die Software-Hersteller und bei Problemen mit dem Internet ist der Online-Dienst oder der Provider zuständig. Vor dem Anruf - in der Regel handelt es sich um kostenpflichtige 01805er-Nummern mit Preisen zwischen 24 Pfennig bis 2,40 Mark je Minute - sollten sämtliche benötigten Unterlagen (Handbücher, Dokumentationen, Einstellungsnotizen, Datenblätter) bereit liegen, die der Hotline-Mitarbeiter zur schnellen Fehlereingrenzung benötigt.

Sämtliche Probleme lassen sich jedoch auch per Ferndiagnose nicht immer lösen. Hier helfen dann Firmen wie PC-Notruf weiter, die vor Ort den Fehlern zu Leibe rücken. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man sich jedoch vor der Auftragserteilung über die konkreten Kosten (inklusive Anfahrt) informieren.In der Serie wurden folgende Themen behandelt: Internet-Zugang, E-Mail-Nutzung, Suchmaschinen, Chat, Mailinglisten, Homebanking, Newsgroups, E-Commerce, Internet-Telefonie und Pannen-Hilfen.

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