Zeitung Heute : Was zu sagen ist

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Große Erfolge hat Bert Dietz in seiner Profilaufbahn nicht geschafft. Von 1994–98 fährt der heute 38-Jährige für das Team Telekom. 1995 gewinnt er eine Etappe bei der Spanien-Rundfahrt Vuelta. Bei der Tour de France ist er nie dabei gewesen. Nach seiner Zeit bei Telekom wechselt er zum Team Nürnberger. Sein letztes Rennen fährt er 2000, danach arbeitet er als Teamanager – zuerst bei Nürnberger, zuletzt beim Team Volksbank-Ideal. Mittlerweile betreibt er in Sachsen einen Sportartikelversand. Er ist der erste deutsche Profi , der sich öffentlich über die Dopingpraktiken im Radsport äußert.

Ivan Basso packt übers Doping im Radsport aus – das hat zumindest das Nationale Olympische Komitee Italiens vor knapp zwei Wochen angekündigt. Doch Basso, Giro-d’Italia-

Sieger von 2006, schweigt. Er habe nie gedopt, sagt der 29-

Jährige. Und über andere Beschuldigte wisse er nichts. Basso, der wegen des Dopingverdachts von der Tour de France 2006 ausgeschlossen wurde, gibt aber zu, mit dem spanischen Arzt Eufemiano Fuentes zusammengearbeitet zu haben. Der hatte Beutel mit Bassos Blut in seiner Praxis

gelagert, die für die Tour de France 2006 bestimmt waren.

Jef d’Hont hat 40 Jahre als Betreuer im Profi-Radsport gearbeitet und ist Autor des Buchs „Erinnerungen eines Radfahrer-Pflegers“ . Darin enthüllt er Details über die Dopingpraxis im Team Telekom, für das er von 1992 bis 96 gearbeitet hat. Im Team sei systematisch mit dem Blutdopingmittel Epo gearbeitet worden, das auch Jan Ullrich genommen haben soll, als er seine erste Tour de France gefahren ist. Das Doping sei gut organisiert gewesen, im Auftrag von Teamchef Walter Godefroot und in Zusammenarbeit mit Ärzten der Uniklinik Freiburg. Gegen die zwei Ärzte wird mittlerweile ermittelt.

Eigentlich sollte Rolf Aldag , seit November 2006 Leiter des T-Mobile-

Teams , für einen Neuanfang nach dem Eklat um Jan Ullrich stehen. Doch nun wird es eng für den ehemaligen Radprofi Aldag, der zur selben Zeit wie Dietz beim Team Telekom an der Seite von Jan Ullrich und Bjarne Riis gefahren ist. Bisher hat Aldag geleugnet, von der offenbar flächendeckenden Dopingpraxis in den 90er Jahren etwas mitbekommen zu haben. „Wir sind gerade bei einer Klärung. Es wird von uns im Laufe der Woche eine klare

Geradeaus-Reaktion geben“, kündigte Teamsprecher Stefan Wagner an. dro

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