Zeitung Heute : WAZ-Verlag und Springer weben Cityweb

AXEL POSTINETT (HB)

Der fusionierte Online-Dienst fordert regionale Anbieter herausVon AXEL POSTINETT (HB)Die Konzentration im noch jungen Internet-Business geht weiter.Die Essener WAZ-Gruppe ("CitywebÒ) und die Hamburger Axel Springer Verlag AG ("Go onÒ) legen ihre Internet-Aktivitäten zusammen.Die daraus entstehende gemeinsame Gesellschaft Cityweb Network GmbH & Co.KG soll für weitere Zeitungsverlage offen sein und zum bundesweit führenden regionalen Online-Dienst ausgebaut werden.Die Gründungspartner bringen als Startbasis die Online-Aktivitäten ihrer regionalen Zeitungen wie "Berliner MorgenpostÒ, "B.Z.Ò, "Hamburger AbendblattÒ sowie der WAZ ein.Mit gut 20 Tageszeitungen werde derzeit schon über Partnerschaften verhandelt.Bis Ende 1999 sollen 200 000 Abonnenten gewonnen werden, damit läge Cityweb hinter den Marktführern T-Online und AOL.Cityweb hat derzeit gut 40 000, Go on knapp 1 800 Kunden.Innerhalb von vier Jahren soll, bei dann gut 30 0000 Abonnenten, die Gewinnschwelle erreicht werden, erklärt Cityweb-Geschäftsführer Wolfgang Kitza.Neben einer Nutzer-Gebühr von monatlich 6 Mark (für Zeitungsabonnenten, mit 20 Freistunden) beziehungsweise 12 Mark (ohne Abonnement, alles pauschal) soll Werbung die Haupteinnahmequelle werden.Letztlich steht und fällt das Projekt aber mit der Beteiligung möglichst vieler Verlage, um die Kosten für die Infrastruktur zu verteilen. Die Idee ist, regionalen Zeitungsverlagen bei vertretbarem Aufwand einen lukrativen Online-Dienst zu bieten, in dem sich die Blätter mit ihrer Identität wiederfinden.Deshalb sollen die regionalen Inhalte von den Tageszeitungen beigesteuert werden, während Cityweb den nationalen und internationalen "MantelÒ liefert.Cityweb ist damit die Online-Kopie des Lokalradio-Modells "Radio NRWÒ, das täglich das Rahmenprogramm für 46 von Zeitungsverlegern getragene lokale Radiosender in Nordrhein-Westfalen liefert. Werner Lauff, bei der WAZ-Gruppe für Multimedia und Fernsehen zuständig, kennt die Sorgen, die Regionalzeitungen heute mit Internet-Auftritten haben.Mit attraktiven Inhalten allein könne keine dauerhafte "Leser-Blatt-BindungÒ im Internet erzeugt werden: "Man braucht ein Dienstleistungspaket, das jeden Tag von neuem nützlich ist.Ò Hier stehen die Tageszeitungen im Moment in Konkurrenz zu den regionalen Online-Diensten wie Isis in Düsseldorf oder Snafu in Berlin.Auch diese akquirieren auf den regionalen Anzeigenmärkten Werbekunden - bislang Domäne der Tageszeitungen und Anzeigenblätter.

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