Zeitung Heute : Webspace-Anbieter: Frische Netz-Adressen für Homepage-Bastler

Kurt Sagatz

Die E-Mail-Adresse für jedes Familienmitglied, für die Boris Becker bis vor kurzem im Auftrag von AOL noch kräftig geworben hat, gehört für die Besitzer privater Homepages schon lange zum festen Bestandteil der Webpräsenz. Bei rund 10 Mail-Adressen selbst bei den preiswerten Einsteigerpaketen der Billigprovider bleibt für jeden Mustermann vom Baby bis zur Großmutter eine individuelle E-Mail-Anschrift übrig. Der größte unter den preiswerten Webspace-Anbieter, die Berliner Strato AG, geht nun jedoch noch einen Schritt weiter. Alle Kunden vom PowerWeb (9,95 DM monatlich) aufwärts sind nun nicht nur mit der persönlichen E-Mail-Box, sondern bei Wunsch auch mit der persönlichen Internet-Adresse nach dem Muster vorname@mustermann.de zu erreichen.

Der Trick bei diesem ungewöhnlichen Adresstyp ist der integrierte Klammeraffe, also das @-Zeichen. Moderne Internet-Browser wie der Internet-Explorer oder der Netscape Navigator sind in der Lage, die eingegebene Internet-Adresse mit Hilfe eines kleinen Zusatzprogramms in Java-Script auszuwerten. Dabei wird der Name vor dem Trennzeichen von der eigentlichen Domain-Adresse getrennt. Passend zum Namen der - von Strato At-Domain genannten - Adresse wird dann entweder ein bestehendes Verzeichnis verlinkt oder ein neues Verzeichnis mit dem At-Domain-Namen geschaffen.

Die dahinter stehende Technik funktioniert allerdings nicht nur bei Strato und auch dort selbst bei den kleinen Paketen, so denn der Homepage-Bastler in der Lage ist, die entsprechenden Javaskript-Zeilen und die dazugehörigen Internet-Seiten zu basteln. Das Besondere an dem PowerWeb-Angebot ist somit vor allem die einfache Administration der neuen Adressen über ein kleines Forumular, das nach dem Absenden die technischen Schritte eigenständig ausführen lässt. Sowohl das Einrichten als auch das Löschen der kostenlosen Zusatzadressen, von denen pro Paket bis zu 1000 Stück eingerichtet werden können, wird so zur einfachen Übung.

Allerdings mit einer kleinen, technischen Ausnahme. Damit die alte und die neuen Adressen nicht nur mit dem Internet Explorer, sondern auch mit dem Netscape-Browser funktionieren, muss die geänderte Datei index.html so umgebaut werden, dass zum Weiterschaltungs-Rahmen auch tatsächlich eine leere Fensterseite besteht. Ansonsten ist Netscape nicht in der Lage, die Durchschaltungs-Funktion der Frame-Lösung auch umzusetzen.

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