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DER VOM SÜDEN

Seit fünf Jahren ist Salva Kiir Sudans Vizepräsident. Der frühere Rebellenführer und gläubige Christ will die Unabhängigkeit. Der 60-Jährige hat es geschafft, nach dem Unfalltod seines charismatischen Vorgängers John Garang den Verdacht, dieser sei ermordet worden, aus der Welt zu schaffen. Nicht geschafft hat er, staatliche Strukturen aufzubauen. Die Grundstückspreise in Juba sind zwar auf das Niveau westlicher Großstädte gestiegen. Aber die Hauptstadt ist ein unterentwickeltes Dorf geblieben.

DER VOM NORDEN

Mitten im Bürgerkrieg, 1989, hat sich Omar al Bashir in Khartum an die Macht geputscht. Der gläubige Moslem ist, wie Salva Kiir, bis heute Soldat geblieben. Kaum hatte er 2002 mit den Rebellen im Süden einen Waffenstillstand geschlossen, der 2005 zum Friedensvertrag führte, begann der Aufstand in der Provinz Darfur. Mindestens 200 000 Menschen wurden ermordet, rund 2,5 Millionen sind auf der Flucht. 2009 erließ der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen Bashir. Er kämpft nun um die Macht im Norden.

DIE VON AUSSEN

Seit März 2005 bewachen rund 10 000 Blauhelme der Mission Unmis die Einhaltung des Friedensvertrags zwischen dem Norden und dem Süden. Das jährliche Budget beträgt 938 Millionen Dollar, Deutschland trägt davon rund 100 Millionen Dollar. Seit Juli 2007 gibt es die Mission der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen Unamid mit 20 000 Blauhelmen in Darfur. Das Budget beträgt 1,8 Milliarden Dollar, Deutschland trägt davon knapp 223 Millionen Dollar.

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