WEGBEGLEITER : Ihre Prägung

DER VATER



Der irisch-britische Schriftsteller, Staatsphilosoph und Politiker gilt als geistiger Vater des Konservativismus. Edmund Burke (1729–1797) sieht den Menschen als unvollkommenes Wesen, welches erst in der Gemeinschaft, im Staat, sein volles Menschsein erlange. Als Erster zeichnet Burke das umfassende Bild eines Konservativen, prägt das Wort von der „guten und bewährten Ordnung“, die gottgegeben ist – gegen das Umstürzlerische, zu Burkes Zeiten die Französische Revolution.

DER DEUTSCHE

Die Vorstellung der Deutschen vom Konservativismus hat Otto von Bismarck (1815–1898) stark geprägt. Zu Beginn seiner politischen Karriere versucht er vor allem, die Vormachtstellung des landbesitzenden Adels, der Junker, im Königreich Preußen zu bewahren. Später, als erster Reichskanzler des Deutschen Reiches, führt er ein staatliches Sicherungssystem ein; auch setzt er staatliche Interessen gegen weltliche Machtansprüche der Kirche durch. Kritiker werfen ihm aber vor, mit seiner konservativen Staatsidee die Einführung der Demokratie verzögert zu haben – und so letztlich für ihr Scheitern in Deutschland verantwortlich zu sein.

DIE AKTUELLE

„Konservativ ist nicht gestrig.“ Wenn Annette Schavan so die Politik ihrer Kanzlerin gegen Angriffe aus der eigenen Partei verteidigt, ist das auch der Versuch, die Deutungshoheit darüber zu erlangen, wer der bessere Konservative ist. Schavan will beides sein, konservativ und Feministin, etwa wenn sie dagegen kämpft, dass eine kopftuchtragende Lehrerin in den Schuldienst übernommen wird. Dass der katholischen Forschungsministerin der Spagat nicht immer leichtfällt, zeigt die Stammzelldebatte.

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