WEGBEGLEITER : Nah und fern

DER GESCHEITERTE

Er ist ein Veteran und ein Symbol des Scheiterns. Mahmud Abbas, Vorsitzender der PLO und Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, war bei der Gründung der PLO dabei und suchte zuletzt die Annäherung an Israel, wofür er international gefeiert wurde. Doch der Konflikt flaute nicht ab und bei den Parlamentswahlen 2006 erlebte die Fatah eine derbe Niederlage. Abbas übernahm die Verantwortung. Seit wenigen Tagen ist seine Amtszeit abgelaufen, aber vorerst bleibt er geschäftsführend im Amt.

DER RADIKALE

Kaled Meschaal ist der politische Kopf der radikalislamischen Hamas. Er lebt im syrischen Exil und von Damaskus steuert er als Chef des Politischen Büros der Hamas diese Palästinenserbewegung. 1997 überlebte er knapp einen Mordanschlag des israelischen Geheimdienstes Mossad. Meschaal ist federführend dafür verantwortlich, dass sich die Hamas von der Fatah losgesagt hat und einen bewaffneten Kampf um den Gazastreifen führt.

DER GRÜNDER

Vor der UN trat er noch mit Pistolengürtel auf, später erhielt er den Friedensnobelpreis. Jassir Arafat gründete 1957 die Bewegung zur Befreiung Palästinas, die spätere Fatah, war jahrelang PLO-Chef und das Gesicht der Palästinenser. Am 13. September 1993 kam es in Washington zum historischen Handschlag zwischen ihm und dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin, der später von einem israelischen Ultra-Nationalisten ermordet wurde. Im Jahr 2000 verhandelte er mit Bill Clinton und Ehud Barak in Camp David über die Gründung eines palästinensischen Staates – erfolglos. Am 11. November 2004 stirbt Arafat in Paris.

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