WEGBEGLEITER : Standpunkte und Standorte

DER BÜRGERMEISTER

Seit der vergangenen Kommunalwahl in Frankreich im März 2008 ist der Sozialist Roland Ries Bürgermeister von Straßburg. Während viele Europaabgeordneten aus Brüssel den regelmäßigen „Wanderzirkus“ zwischen Brüssel und Straßburg leid sind, setzt sich Ries mit Verve für den Parlamentsstandort im Elsass ein. Im vergangenen September rief er den EU-Abgeordneten ins Gedächtnis, dass nach den europäischen Verträgen zwölf Plenarsitzungen pro Jahr in Straßburg stattfinden müssen.

CHEF IN SPE

Der ehemalige polnische Ministerpräsident Jerzy Buzek, der sein Land in die Nato führte und den Beitritt zur EU vorbereitete, hat gute Chancen, nach der Europawahl Parlamentspräsident zu werden. Damit würde zum ersten Mal ein Osteuropäer den Posten einnehmen. Der 68-jährige Buzek gehört der rechtsliberalen „Bürgerplattform“ des polnischen Regierungschefs Donald Tusk an. Der ehemalige Chemieprofessor stieg in die Politik ein, als Lech Walesa 1980 die Gewerkschaft Solidarnosc ins Leben rief.

DIE ERSTE

Sie überlebte das KZ Auschwitz-Birkenau und das KZ Bergen-Belsen. Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde Simone Veil zur überzeugten Europäerin. Als Kind einer jüdischen Familie in Nizza aufgewachsen, machte die Juristin nach dem Krieg Karriere in der französischen Politik. In Frankreich erinnert man sich heute vor allem an das Gesetz zur Legalisierung der Abtreibung, das sie 1975 als Gesundheitsministerin durchsetzte. 1979 wurde sie Präsidentin des ersten direkt gewählten Europaparlaments.

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