Zeitung Heute : Wegfliegen!: In einer Woche sind Winterferien

Ocka Caremi

Endlich! Am 3. Februar starten in Berlin und Brandenburg die Winterferien. Zwei Wochen ohne Schule und nervige Hausaufgaben. Und jede Menge Zeit, um tolle Sachen zu machen. Da kann man ja mal gucken, was Kinder in anderen Bundesländern so treiben. Zum Beispiel Felix Schoft aus Bayern. Er ist 10 Jahre alt und wohnt in Garmisch-Partenkirchen. Und Felix kann fliegen! Nein, er hat keine Flügel. Er braucht nur eine Sprungschanze: Felix ist ein Skispringer. Seit er fünf Jahre alt ist, hebt er regelmäßig ab. Seine ersten Sprünge waren eher Hopser, da konnte er schon Ski fahren und hat das Springen auf ganz kleinen Schanzen geübt. Sobald man mutiger wird und die Technik verstanden hat, darf man auf einer größeren Schanze springen.



Oben auf der Schanze setzt sich Felix auf einen Balken. Viele Sprungschanzen sind über 100 Meter hoch, da muss man schon schwindelfrei sein. Felix hat keine Angst, er steckt seine Skier in die vereiste Spur. Die Spur sorgt dafür, dass der Springer ganz gerade die Schanze runter fährt und dann ordentlich abspringen kann. Während der Abfahrt bekommt Felix super viel Schwung, er saust die Schanze runter, und dann hebt er ab! Damit er ganz weit fliegt und so richtig durch die Luft flutscht, trägt er einen engen Anzug. Dicke Pullover würden sich im Wind aufplustern und den Flug abbremsen. Zu seiner Ausrüstung gehört auch ein Helm - der schützt den Kopf, falls die Landung mal daneben gehen sollte. Damit beim Springen und Landen alles klappt, wird bis zu vier Mal in der Woche trainiert. Auch im Sommer! Die Sprungschanzen werden dann mit Gummimatten belegt. Und damit die Skier gut darauf gleiten und alles schön glitschig ist, wird das Ganze mit Wasser bespritzt. Erfunden wurde das Skispringen aber im Winter. Das war vor über 200 Jahren in Norwegen. Ein paar Bauern wurde das viele Ski fahren auf ihren verschneiten Hügeln zu langweilig. Sie haben einfach mal angefangen, über gefrorene Misthaufen und zugeschneite Scheunendächer zu hüpfen.

Heute ist das Skispringen ein Leistungssport. Um an Meisterschaften teilnehmen zu können, muss man ganz viel üben und in einen Verein eintreten. Für andere Hobbies und die Schule bleibt da wenig Zeit. Felix hat Glück - er hat eine Sprungschanze ganz in seiner Nähe. In Berlin und Brandenburg gibt es leider keine offiziellen Schanzen. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als total sportlich vom Sofa zu hopsen und sich Martin Schmitt im Fernsehen anzugucken!

In Berlin ist mit Wintersport nicht viel los. Da können die Kinder, die in den Winterferien hierbleiben, nur auf die Eisbahn gehen. Die Alte Eisbahn in der Leonorenstraße 37 in Lankwitz veranstaltet am 8. Februar einen großen Sporttag, bei dem ihr unterschiedliche Disziplinen ausprobieren könnt. Meldet euch bis 2. Februar unter Telefon 771 42 09 an .



Die nächste Sprungschanze ist, von Berlin aus gesehen, in Oberwiesenthal im Erzgebirge. Kein Ort in ganz Deutschland liegt höher, und deshalb gibt es hier auch gute Skispringer. Der allerberühmteste heißt Jens Weißflog und wurde drei Mal Olympiasieger im Schanzenspringen. Mehr über Oberwiesenthal könnt ihr im Internet unter www.oberwiesenthal.de erfahren oder bei der Touristeninformation unter 03 73 48/128 55.



Felix Schoft findet Skifliegen total cool und ist wahnsinnig stolz auf seine 2,20 Meter langen Skier. Sein weitester Sprung war bisher 76 Meter.

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