Zeitung Heute : Weich und schön

Wie raue Haut nach dem Winter wieder zart wird. Rezepte für außen und innen

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Ein erwachsener Mensch hat rund zwei Quadratmeter Haut – eine Körperhülle, die von Natur aus glatt und geschmeidig ist. Nach den Wintermonaten hingegen fühlt sich dieses größte Organ des menschlichen Körpers oft an wie Schmirgelpapier und neigt zu Rötungen. Verantwortlich dafür ist einerseits die eher trockene Luft draußen vor der Tür, andererseits die aufgedrehte Heizung in den eigenen vier Wänden. Besonders rau und schuppig ist in den kalten Monaten die Haut an Schienbein und Ellbogen – und an anderen Körperstellen, die mit wenig Fett ausgestattet sind. Was tun?

Eine Creme oder Lotion mit dem Harnstoff Urea kann diesen Trockengebieten sehr schnell viel Feuchtigkeit zurückgeben und beseitigt auch den lästigen Juckreiz. Gegen spröde und rissige Lippen hilft zum Beispiel ein Pflegestift mit Shea- oder Kakaobutter. Noch geschmackvoller ist es, ein wenig Honig auf die trockenen Lippen aufzutragen.

Wer seine zwei Quadratmeter wieder in ihre streichelzarte Bestform bringen möchte, kann aber noch viel mehr tun: „Beim Frischmachen helfen der Haut vor allem die Vitamine A und C“, sagt Denise Krogmann, die in Prenzlauer Berg den Kosmetiksalon „Schönheitswahn“ betreibt. Vitamin A stärkt den Eigenschutz der Haut, verbessert die Elastizität und regt die Zellregeneration an. Vitamin C bremst freie Radikale aus, die für die Hautalterung verantwortlich sind.

„Wie ein Kraftwerk wirkt auch eine Creme mit Q 10“, erklärt Denise Krogmann. Diese Substanz helfe den Zellen dabei, sich schneller zu teilen. Das Koenzym Q10 ist ein Chinon-Derivat, strukturell verwandt mit den Vitaminen K und E. Ob tatsächlich alle Werbeaussagen zutreffen, sei dahingestellt.

Zu mehr Feuchtigkeit und einem weniger müden Aussehen verhelfen der Haut auch sogenannte Ampullenkuren, die in Kosmetiksalons angeboten werden – in Kombination mit einem Gesichtsdampfbad, Hautreinigung und einer entspannenden Massage.

Wesentlich günstiger als Cremes und Kuren – die übrigens auch zu Hause in Eigenregie angewendet werden können – unterstützen regelmäßige Frühlingsspaziergänge die Regeneration müder Winterhaut. Noch wichtiger: richtige Ernährung. Für eine gute Versorgung mit den Vitaminen A und C sorgen etwa Karotten, Orangen, Zitronen und Kiwis – je nach Geschmack am Stück, als Saft oder als Salat mit Traubenkern- oder Olivenöl. Und auch das Koenzym Q 10 gibt es in essbarer Form: als Nahrungsergänzungsmittel.

Das Mehr an Vitaminen könnten Raucher zum Winterende mit einigen nikotinfreien Wochen kombinieren. Auch eine Alkoholpause bietet sich in dieser Übergangszeit an, in der Bier und Wein durch viel Kräutertee und stilles Wasser ersetzt werden: Denn reichlich alkoholfreie Flüssigkeit hilft dem gesamten Körper beim Fitwerden.

Ein richtiger Wachmacher für müde Winterhaut und deren Träger ist zum Beispiel ein Cocktail aus Zitronensaft, Orangensaft, Grapefruit und Ingwer. Oder eine Suppe aus Karotten, Kokosmilch, Ingwer und Chili.

Und auch eine gelegentliche Pause in der Badewanne: Zusätze mit Mandelöl machen die Haut in kurzer Zeit babyweich. Ein wenig zeitintensiver ist der Besuch einer Sauna, der die Haut ebenfalls ordentlich auf Trab bringt und den Stoffwechsel anregt.

Wem Sitzungen in Wanne oder Sauna zu lange dauern, kann die Haut auch mit einem Duschpeeling aufweichen – sollte sich aber hinterher ordentlich eincremen. Cremen, cremen, cremen sollte dann auch im kommenden Winter die Devise lauten. Damit die Haut auch in der kalten Jahreszeit strahlt – trotz Heizung, Kälte und trockener Luft. Rita Nikolow

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