Zeitung Heute : Weitere Tote im Schiffswrack vor Italiens Küste gefunden

Rom/Berlin - Die Hoffnung auf weitere Überlebende des Schiffsunglücks vor Italien schwindet. Taucher haben in dem Wrack der „Costa Concordia“ am Dienstag fünf Leichen entdeckt. Die Toten seien im überfluteten Heckteil des havarierten Kreuzfahrtschiffs vor der Insel Giglio gefunden worden, bestätigte ein Sprecher der Gemeinde Giglio. Damit erhöht sich die Zahl der geborgenen Opfer auf elf. Womöglich gibt es auch ein erstes deutsches Todesopfer. Einen entsprechenden Bericht des Rundfunksenders Rai bestätigten die deutschen und italienischen Behörden jedoch zunächst nicht.

Das Auswärtige Amt hatte angegeben, dass zwölf von 29 Vermissten Deutsche seien. Fünf stammen demnach aus Hessen, je zwei aus Berlin-Adlershof, aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, eine Frau aus Bayern. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) versprach, deren Schicksal schnell aufzuklären. Es sei erforderlich, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

Zeugenaussagen zufolge soll es nach dem Unglück an Bord eine Meuterei gegeben haben. Weil Kapitän Francesco Schettino eine Stunde lang untätig geblieben sei, hätten Offiziere das Kommando übernommen und die längst überfällige Evakuierung angeordnet. Schettino wurde nach Angaben seines Anwalts unter Hausarrest gestellt. Er dürfe damit das Gefängnis verlassen, sagte der Notar. Schettino saß in Untersuchungshaft. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. dpa/rtr/Tsp

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