Wellness in Meck-Pomm (4) : Das reine Paddelvergnügen

Lust auf Robbengucken? Die Halbinsel und das nahe Hiddensee gelten als ideales Kanurevier.

Claus-Dieter Steyer
Paddeln
In Ufernähe. Paddler kommen den Naturreichtümern ganz nahe. -Foto: Steyer

Erfolgreiche Tierfilmer und Naturfotografen schwören in gewässerreichen Gegenden schon längst auf Kanu oder Kajak. Im Unterschied zu einer Pirsch auf dem Landweg, können sich die Beobachter in den wendigen Booten perfekt tarnen und so den Bewohnern von Schilfgürteln, versteckten Buchten und vergessenen Flussarmen ziemlich nahekommen. Genau darin liegt neben sportlicher Bewegung der besondere Reiz einer Kanutour während eines Urlaubs oder eines Wochenendaufenthaltes auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Der Bodden jenseits der Ostseeküste gleicht in weiten Teilen einer zerklüfteten Lagunenlandschaft mit flachen Ufern und zahlreichen Schilfinseln. Da kann jeder den Wasservögeln schon ganz nahe sein, wenn man auch wegen des Naturschutzes mit dem Boot nicht direkt in den sensiblen Ufergürtel hineinfahren darf. Aber es ist kein Problem, das Boot für ein seltenes Fotoobjekt zu verlassen: Nach wenigen Zentimetern hat man festen Grund unter den Füßen.

Im großen Bodden bieten sich zahlreiche schöne Ausflüge an. Am Koppelstrom zwischen Born und Wieck etwa kann man auf Robben treffen, die sich weder vom Kanu noch von einem vorbeifahrenden Dampfer aus der Ruhe bringen lassen. „Aber auch Prerow mit dem Prerowstrom ist ideal, wenn der Wind auf großen Wasserflächen zu stark bläst“, sagt Henrik Schmidtbauer, der geführte Touren anbietet. „Selbst die Prerower Bucht an der Ostsee bietet bei bestimmten Windrichtungen gute Bedingungen zum Paddeln.“ Das ist auch etwas für Ungeübte. Denn das Tagesziel wird nicht zu hoch angesetzt, sagt der Experte. Das schwächste Mitglied in der Gruppe bestimmt das Tempo und den Ablauf der Tour.

Wer das Paddeln beherrscht, sich gut mit dem Boot vertraut gemacht hat und für den Notfall Partner an seiner Seite weiß, kann sich sogar für eine Tour übers offene Meer nach Hiddensee entscheiden. Der kürzeste Weg beginnt in Barhöft östlich der Halbinsel Zingst und endet an der Westküste von Hiddensee entweder in Neuendorf, Vitte oder in Kloster. Nach einem Abstecher auf die autofreie Insel und einer Stärkung mit frischem Fisch geht es zurück.

Noch ein Tipp: Im Anschluss an die erfolgreich bestandene Tour mit einer vielleicht ungewohnten körperlichen Herausforderung machen eine belebende Massage oder ein Saunagang doppelt so viel Spaß. Claus-Dieter Steyer

Infos unter www.darsstour.de

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