Zeitung Heute : Wenig Freund, wenig Ehr

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DER GEGNER UND VERBÜNDETE

Moktada al Sadr , der radikale und hitzköpfige Schiitenführer, kontrolliert die Milizen, die Teile Bagdads in ihrer Gewalt haben. Al Sadr hat die Kandidatur Nuri al Malikis für den Posten des Premierministers unterstützt, wenn auch nur widerwillig. Im Gegenzug erwartet er dafür freie Hand für seine Mahdi-Armee. Er lehnt eine Zusammenarbeit mit den amerikanischen Besatzern ab.

DER KRITIKER

König Abdallah II. von Jordanien ist ein enger Verbündeter der USA. Nicht zuletzt deswegen ist sein Verhältnis zur irakischen Regierung unter al Maliki angespannt. König Abdallah befürchtet die Bildung eines „schiitischen Halbmondes“ vom Libanon bis zum Irak. Andererseits will er, dass Jordanien wieder – wie zu Saddam Husseins Zeiten – aus dem Irak Erdöl zum Vorzugspreis beziehen kann.

DER BESATZER

George W. Bush war anfangs mit der Wahl al Malikis zum irakischen Premierminister zufrieden. Doch dann zeigte sich, dass er und al Maliki völlig gegensätzliche Ansichten hatten, wie die Sicherheitslage im Irak verbessert werden und welche Aufgaben die irakische Führung übernehmen sollte. Das Verhältnis kühlte schnell ab. Nachdem Bushs Mitarbeiter die Kompetenzen al Malikis öffentlich bezweifelt hatten, düpierte der wiederum den US-Präsidenten, indem er zu einem Gipfeltreffen in Amman erst am zweiten Tag erschien.

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