Zeitung Heute : Weniger Grundstücke im Umland verkauft

Jörn Pestlin

Lustlos dümpelt der Brandenburger Grundstücksmarkt vor sich hin. Zu diesem für potenzielle Käufer positiven Ergebnis kommt eine vom Verband der vereidigten Sachverständigen vorgelegte Markteinschätzung. Vorstandsmitglied Ulrich Springer sagt: "Nennenswerte Umsätze gibt es lediglich im Berliner Umland." In Berlin fernen Regionen gebe es teilweise keinerlei Nachfrage mehr. Da keine Umsätze mehr stattfänden, sei es auch nicht möglich, Preisangaben zu machen. Eine rege Nachfrage bestehe lediglich nach Bauland innerhalb gewachsener Wohnsiedlungen. Die Grundstücke müssten 400 bis 800 Quadratmeter klein sein. Größere Flächen seien nur mit Nachlässen gegenüber Richtpreisen verkäuflich.

Besonders schlecht für Grundeigentümer ist die Lage in ferner von der Hauptstadt gelegenen Regionen. In Folge der anhaltend hohen Arbeitslosenquote wanderten viele junge Menschen ab, potenzielle zahlungskräftige Immobilien-Käufer. Die "Entvölkerung" dieser Regionen verringere die Nachfrage zusätzlich, so dass das Überangebot den Markt belaste. Auch die Bereitschaft, sich mit dem Kauf einer Immobilie an einen bestimmten Ort zu binden, nehme ab. Dafür sei wiederum die Lage am Arbeitsmarkt verantwortlich, weil von den Menschen hohe Mobilität gefragt sei. Und der Verkauf eines Einfamilienhauses nehme angesichts der aktuellen Marktsituation viel Zeit in Anspruch und sei zumeist nur mit Verlusten möglich.

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