Zeitung Heute : Weniger lästige Lauferei

hsh

Inzwischen sind alle Finanzämter an "Elster" angeschlossen

Wer einen Zugang zum Internet hat, kann sich bei seiner Steuererklärung den Gang zum Finanzamt sparen. Mit der elektronischen Steuererklärung Elster dürfen die Steuer-Daten direkt übers Netz verschickt werden. Mittlerweile nimmt jede Finanzverwaltung in Deutschland elektronische Steuererklärungen an, die vom Computer aus per E-Mail ins Amt flattern. Auch die Anmeldung von Umsatz- und Lohnsteuer sowie die Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung sind möglich, allerdings noch nicht bundesweit. Doch das bestehende Angebot wird von den Steuerzahlern durchaus genutzt: Bislang sind über 490 000 Einkommensteuererklärungen online eingegangen. Die elektronische Steuererklärung Elster funktioniert entweder über eines der vorgestellten Steuerspar-Programme oder direkt über die Webanwendung unter www.elsterformular.de. Allerdings bislang nur unter den Betriebssystemen Windows 95/98/ME und NT 4.0 sowie Windows 2000. Welchen Weg man auch wählt: Die Elster-Software überprüft die Daten schon beim Anwender auf logische und formale Richtigkeit hin, bevor sie an die Steuerverwaltung online übertragen werden. Diese ist dann in der Lage, die bereits erfassten elektronischen Daten zur Weiterverarbeitung in den Rechenzentren zu nutzen. Da die Daten nur verschlüsselt übertragen werden, braucht man keine Bedenken zu haben, dass Unbefugte die persönlichen Daten einsehen können. Die gute alte Post muss man lediglich wegen der Belege, der Lohnsteuerkarte sowie einer vereinfachten Steuererklärung bemühen, die unterschrieben an das Finanzamt gesendet wird. Diese sogenannte "komprimierte Erklärung" dient der eindeutigen Identifizierung des Steuerzahlers. Juristisch gesehen fehlt nämlich bei der Verwendung von Elster eine rechtskräftige, elektronische Unterschrift, ohne die in der Amtsstube gar nichts läuft. Die komprimierte Erklärung trägt die rechtsverbindliche Unterschrift und übergibt dem Bearbeiter im Finanzamt zur Sicherheit noch eine individuelle Nummer, mit der er erst die elektronischen Daten lesen und bearbeiten kann. Der Vorteil dieser Technik für das Finanzamt liegt auf der Hand: Elster vermindert den Aufwand für die Datenerfassung und damit auch die Kosten für die Behörde. Ganz so eindeutig ist der Nutzen für den Anwender dagegen nicht. Zwar sollen sich die Bearbeitungszeiten der Steuererklärung erheblich verkürzen, doch eine Bevorzugung der mit Elster übermittelten Formulare ist nicht erlaubt. Die Online-Version von Elster für 2001 soll als Download-Version voraussichtlich Ende Januar, die CD-Version ab Mitte Februar bei den Finanzämtern erhältlich sein.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar