Zeitung Heute : Wenigstens Siege in trister Atmosphäre

Tischtennis-EM: Boll und Roßkopf in dritter Runde/Aus für Doppel

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Courmayeur (dpa). Titelverteidiger Timo Boll und ExEuropameister Jörg Roßkopf haben am Tag der Favoritenstürze ihre ersten Einzel bei der Tischtennis-Europameisterschaft souverän absolviert. Die Klubkollegen des TTV Rebau Gönnern qualifizierten sich in Courmayeur ebenso wie Torben Wosik (Frickenhausen) für die dritte Runde. „Man muss schon froh sein, wenn man hier die ersten Runden überhaupt übersteht“, sagte der 22-jährige Weltranglisten-Erste Boll nach seinem 4:0-Erfolg in der zweiten Runde über Außenseiter Adam Robertson aus Wales. Die erste Runde war wegen der Verletzung seines Gegners Alex Perry (England) kampflos an Boll gegangen.

Nächster Gegner von Top-Favorit Boll ist heute der gebürtige Chinese Chen Weixing (Österreich). Mit einem Plakat „Der Odenwald grüßt Timo Boll“ munterte eine kleine Schlachtenbummler-Gruppe aus seinem Heimatort Höchst den Deutschen Meister auf. „Das ist wenigstens ein kleiner Lichtblick“, sagte Boll angesichts der tristen Atmosphäre in der zwar bunt beflaggten, aber fast menschenleeren Halle.

Wesentlich schwerere Gegner musste der 33-jährige Roßkopf schlagen. „Ich bin überrascht von meiner Form. So kann es weiter gehen“, sagte der Olympia-Dritte von 1996 nach den Siegen über Finn Tugwell (Dänemark/4:0) und Josef Plachy (Tschechien/4:1). Die Frauen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) nutzten die relativ günstige Auslosung konsequent aus. Drei von ihnen, Nicole Struse (Kroppach), Laura Stumper und Elke Wosik (beide Busenbach), überstanden die dritte Runde.

Während sie sich über Siege freuen konnten, steckten einige Kollegen überraschend Niederlagen ein. Die früheren Europameister Peter Karlsson (Schweden) und Jean-Michel Saive (Belgien) sowie die Favoritin bei den Frauen, Tamara Boros (Kroatien), mussten frühzeitig ihre Schläger packen. Auch für die deutschen Männer lief nicht alles nach Plan. Im Einzel verlor Bastian Steger (Düsseldorf) völlig unerwartet 3:4 gegen den Österreicher Christoph Maier. Beide deutsche Doppel flogen raus, darunter Roßkopf und sein Partner Lars Hielscher (Düsseldorf). Erstmals seit der EM vor 35 Jahren in Lyon erreichte kein Doppel des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) den dritten Durchgang. „Das darf eigentlich nicht passieren“, kritisierte Herren-Bundestrainer Istvan Korpa. Timo Boll hatte seinen Doppel-Start abgesagt, weil sein Partner Zoltan Fejer-Konnerth nach dem Tod seines Vaters abgereist war.

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