Zeitung Heute : Wenn „Carmen“ im Wind tanzt

Mit farbenprächtigen Blüten entfalten die Astern im Herbst zum Ausklang des Gartenjahres ihre Pracht.

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Wenn sich das Gartenjahr allmählich dem Ende zuneigt und manche Stauden und Gehölze mit farbigem Laub auf sich aufmerksam machen, dann kommt die große Zeit der Herbstastern. Diese wundervollen Spätsommerblüher sorgen mit ihren farbenprächtigen Blüten für einen bunten Ausklang des Gartenjahres, der bis zum Frost anhält und dem Garten im Schein der goldenen Herbstsonne noch mal einen besonderen Glanz verleiht.

Die Palette ist groß und bietet zusammen mit anderen Pflanzen die Möglichkeit, auf der Staudenrabatte, im Vorgarten oder am Wegrand schöne Gestaltungen vorzunehmen. Mit etwa 500 Arten ist die Gattung der Astern (Aster) von Europa über Asien und Amerika bis Südafrika verbreitet und bildet die Familie der Asterngewächse (Asteraceae), früher Korbblütler (Compositae) genannt. Kennzeichen sind die auffallenden Blütenkörbchen mit gelben Röhrenblüten und Zungenblüten, die je nach Art und Sorte unterschiedlich gefärbt sind. Die Farbenpalette reicht von weiß über rosa und blau bis violett. Nur wenige Vertreter der Astern, wie zum Beispiel die Goldaster (Aster linosyris) haben goldgelbe Blüten.

Zu den im Herbst blühenden Astern gehören die Kissenastern (Aster dumosus), die niedrigsten Vertreter dieser Gattung. Sie eignen sich bestens zum Bepflanzen von Wegkanten oder zum Einfassen von Beeten, aber auch in Gruppen gepflanzt oder großflächig verwendet können mit ihnen ansprechende Bilder geschaffen werden. Ihre dichte, verschwenderische Blütenfülle sorgt von September bis Oktober, bei manchen Sorten sogar bis in den November hinein für eine interessante Wirkung. Kombinationen von verschiedenen Sorten schaffen interessante Farbenspiele und können so außerdem eine möglichst langanhaltende Blüte erreichen. Pflanzt man zum Beispiel „Lady in Blue“ (Blütezeit September, reinblau, 25 cm) oder „Heinz Richard“ (Blütezeit September bis Oktober, leuchtend rosa, 30 cm) mit „Silberteppich“ (Blütezeit Oktober, hellblau, 40 cm) zusammen, bietet sich zusätzlich wegen der unterschiedlichen Höhen ein interessantes Bild.

Als Partner dazu bietet sich zum Beispiel die Rutenhirse (Panicum virgatum) der Sorte „Rotbraun“ an, die mit ihren purpurn überlaufenen Blättern einen tollen Hintergrund bildet. Ideale Begleitpflanzen dazu sind auch zwei attraktive Sedum-Arten. Das Prachtsedum (Sedum spectabile) bildet 30 bis 50 Zentimeter hohe Büsche mit fleischigen Blättern und blüht von August bis September. Besonders farbintensive Blüten bilden Auslesen wie „Septemberglut“ (purpurrot), „Carmen“ (dunkelkarminrosa) oder „Rosenteller“ (karminrosa). Umfangreicher im Wuchs, aber auch höher wird das Hohe Herbstsedum (Sedum x telephium), dessen weit verbreitete Sorte „Herbstfreude“ bis 60 Zentimeter Höhe erreicht und rostrote Blüten bildet.

Ein schöner Partner für das Herbstsedum ist auch die Glattblatt-Aster (Aster novi-belgii), eine zweite empfehlenswerte Art der Staudenastern. Da sie sich schon kurz über dem Boden verzweigt, bildet sie sehr dekorative Büsche, die je nach Sorte 60 bis 150 Zentimeter hoch werden. Sie gehört zu den unentbehrlichen Herbstblühern für die Rabatte und entfaltet ihre Blüten je nach Sorte vor allem im September oder Oktober. Zur Auswahl stehen viele schöne Sorten mit reichem Farbenspiel. Da die Blütezeit der einzelnen Sorten unterschiedlich ist, lässt sich bei überlegter Sortenwahl die Blühphase von September bis Oktober staffeln. Im September blühen „Brigitte“ (lavendelblau, 100 cm), „Bonningdale White“ (weiß, 100 cm hoch), „Fuldatal“ (tief violettrot, 100 cm) und „Karminkuppel“ (karminrot, 80 cm), im Oktober gesellen sich „Blütenmeer“ (helllila, 70 cm), „Blaue Nachhut“ (hellviolettblau, 120 cm) und „Crimson Brocade“ (purpurrot, 90 cm) dazu. Bis in den November hinein öffnet die Sorte „Dauerblau“ ihre Blüten. Sie hat nicht nur die längste Blütezeit der Glattblatt-Astern, sondern sie ist auch die höchste Sorte dieser Art, denn sie trägt ihre lilablauen Blüten auf 150 Zentimeter hohen Stängeln.

Bestens geeignet sind die Glattblatt-Astern als Hintergrund für zahlreiche Herbstblüher, zu denen neben dem schon erwähnten Sedum auch Winterastern (Chrysanthemum x grandiflorum) mit ihrem reichen Farbenspiel oder die silbergrauen Blätter hoher Edelrauten (Achillea filipendulia) gehören. Partner können auch Gräser sein, die daneben oder dahinter platziert werden. Zu empfehlen sind zum Beispiel das Japanische Federborstengras (Pennisetum japonicum) mit den elegant überhängenden Blättern und walzenförmigen Blütenständen, der Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens) mit seinen blaugrünen Horsten oder das Goldährengras (Achnatherum calamagrostis), das formschöne, locker überhängende Grashorste bildet.

Wegen ihrer guten Standfestigkeit und Gesundheit bewähren sich die Raublattastern (Aster novae-angliae). Sie entwickeln sich im Laufe der Jahre zu mächtigen, breiten Horsten und bilden auf der Rabatte ansehnliche Blickpunkte. Während die alten Sorten teilweise fast mannshoch wurden, sind neuere Züchtungen niedriger. Sie erreichen dennoch Höhen bis 150 Zentimeter und fallen durch leuchtende Blüten in warmen weinroten und blauvioletten Farbtönen auf, die die Pflanze von September bis Oktober schmücken.

Pflanzzeit für alle genannten Staudenastern ist der Herbst oder das Frühjahr. Während die niedrigen Kissenastern recht eng gepflanzt werden können, sollte man den Glattblatt- und Raublattastern einen Abstand von 50 bis 70 Zentimetern gewähren, da zu enger Stand Krankheiten begünstigt. Alle benötigen einen sonnigen Standort und mäßig frische bis mäßig feuchte Böden. Während sie an den Boden keine großen Ansprüche stellen, sollte man ihnen bei Trockenheit ausreichend Wasser geben.

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