Zeitung Heute : Wenn der PalmPilot zum Gameboy wird

KURT SAGATZ

Für den Taschenorganizer gibt es mittlerweile viele Gratis-Programme / Problemloser Datenaustausch mit dem PC VON KURT SAGATZ -In der Welt der elektronischen Statussymbole hat sich ein Gerät einen der vordersten Plätze erobert: Der PalmPilot von US Robotics.Eine Besprechung des kleinen Organizers, der auch auf den Namen Personal Digital Assistent (kurz PDA) hört, fehlt in keiner Computer- oder Zeitgeistzeitschrift.Der große Vorteil des elektronischen Assistenten gegenüber den Konkurrenzprodukten liegt in seiner Flexibilität.Adressdaten, Termine oder Notizen verwaltet er so gut wie andere Organizer auch.Durch das besondere Betriebssystem, das sogenannte PalmOS, aber ist der Pilot in der Lage, zusätzliche Funktionen zu übernehmen wie beispielsweise eine Spesenabrechnung.Auch Spiele wie Tetris oder Space Invaders sind inzwischen als Programme für den Pilot erhältlich - sogar kostenlos über das Internet.Selbst der T-Online-Zugang läuft über den Pilot und eine entsprechende Software. Möglich wurden die Programm-Erweiterungen durch die offene Schnittstelle des Betriebssystems, die es fremden Programmierern ermöglicht, Software für den PalmPilot zu schreiben.Auf zahlreichen Homepages - von Firmen und privaten Pilot-Fans - werden die hilfreichen Utilities und Spiele angeboten.Ein Teil der Internet-Seiten ist inzwischen über einen virtuellen Ring verbunden: Spezielle Icons führen zum nächsten Angebot, so daß die Internet-Adressen nicht mehr eingetippt werden müssen. Startrampe für eine Reihe von Programmerweiterungen ist die Daggerware-Seite (1).Dort gibt es Hackmaster, das das PalmPilot-Betriebssystem in die Lage versetzt, Änderungen an der grafischen Oberfläche durchzuführen.Mit Hackmaster im Gepäck geht es weiter zur Seite des Software-Entwicklers Florent Pillet (2), wo das Programm FindHack als Download bereitliegt.Im Gegensatz zum Original-Suchprogramm des Pilots findet FindHack auch Zeichenketten, die nicht am Anfang einer Zeile stehen.Ebenfalls auf dem Hackmaster setzt das Programm Tealglance auf, das über die Seite der Firma Teal-Point-Software (3) zu beziehen ist.Tealglance wird bei jedem Start des PalmPilot aktiv und listet Termine und Aufgaben des heutigen und kommenden Tages tabellarisch auf. Die Lust, ständig neue Programme auf den PalmPilot zu schicken, wird bereits nach kurzer Zeit zur Last, weil darunter die Übersichtlichkeit des eingebauten Programm-Managers erheblich leidet.Abhilfe schafft das LaunchPad von Eric Kenslow (4).Es sorgt dafür, daß die Programme des PalmPilot übersichtlich in verschiedenen Ordnern gruppiert werden können, die über Reiter am oberen Ende des Displays zu erreichen sind.Per Drag and Drop können die Programme einfach in die Rubriken für Applikationen, Utilities oder Games verschoben werden.Bei Bedarf können neue Rubriken hinzugefügt werden. Allein zum Arbeiten ist der PalmPilot beinahe zu schade.Davon zeugen die zahlreichen Spiele, die inzwischen für den Mini-Organizer umgeschrieben wurden.Durch das Spiel Block von Bill Kirby (5) wird der Pilot zu einem kleinen Bruders des Gameboys.Diese Tetris-Variante wird über die unteren Bedienknöpfe des Organizers gespielt.Auch das Spiel Space Invaders nutzt diese, damit sich der Spieler Attacken aus dem Weltall erwehren kann.Zu beziehen ist Invaders über die Pilot-Homepage von US Robotics (6).Dort liegt auch das Spiel Mine Hunt bereit, das Windows-Nutzer unter dem Namen Mine Sweeper kennen, und bei dem es darum geht, mit logischen Erwägungen unbeschadet durch ein Minenfeld zu gelangen. Das Schöne an den Programmen ist deren geringe Größe.Wo auf einem PC gleich Dutzende Megabytes benötigt werden, reichen für den PalmPilot wenige Kilobytes.Alle erwähnte Software zusammen mit über 500 Adressen und 100 Terminen lastet die auf 512 Kilobyte beschränkte "Personal Edition" des Pilots gerade einmal zu 37 Prozent aus.Hier ist noch reichlich Platz, um beispielsweise die Emulation des T-Online-Zugangs zu laden, die von der Firma Fun (7) angeboten wird.Mit Hilfe dieser Software sowie eines Modems kann durch den Cept-Teil des Telekom-Datendienstes gesurft werden.Allerdings ist dieses Programm angesichts des verhältnismäßig kleinen Displays - selbst mit der Lupenfunktion - kaum mehr als ein Gimmick. Nicht gratis, aber dafür fast unverzichtbar, ist ein Programm namens IntelliSync.Wer Daten nicht nur zwischen dem PalmPilot und der mitgelieferten Organizer-Software austauschen möchte, kommt hiermit zum Ziel.IntelliSync sorgt für die Synchronisation mit bekannten Programmen wie dem Lotus Organizer (Version 2.1 und 97), Microsoft Exchange, Schedule+ und Outlook, Sidekick, NetManage und noch einigen mehr.Die Software ist individuell konfigurierbar.Unter anderem kann eingestellt werden, ob der PalmPilot oder die Organizer-Software im Zweifelsfall die Oberhand gewinnt.Für 99 Mark sorgt dieses Programm für Spaß mit dem "PDA", unabhängig von der Computersoftware.Denn während es schon einiger Mühe bedarf, Daten von Outlook in den Lotus Organizer zu schaffen, so macht IntelliSync dies in wenigen Schritten.Einfach in der Konfiguration die Software-Basis ändern, und bei der nächsten Synchronisation stehen auf dem PC die gleichen Daten zur Verfügung wie auf dem Organizer.Dies hilft besonders den Besitzern eines PalmPilot, die darin mehr sehen als eben nur ein schickes neues Statussymbol.

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